Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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185 Koran verspotten." Aus dem kurzen Gespräch, das ich mit ihnen hatte, ersah ich, daß sie heimliche Anhänger von Baba, dem bekannten persischen Socialisten seien, dessen Secte vor zwei Jahren sowohl die Religion als auch den Thron Persiens bedrohte. Der Gründer dieser Secte, so wie Tausende seiner Anhänger starben eines schmachvollen Todes, aber unerachtet der großen Strenge, welche man zur Ausrottung dieser Ketzerei angewandt hat, sind doch noch Hunderte in Masaderan und andern Provinzen, welche Baba verehren, und seinen gewaltsamen Tod als ein Nationalunglück betrachten. Ich sagte ihnen, daß ich mich fteuen würde, sie in der Karavanserei zu sehen, aber sie scheuten sich zu mir zu kommen, aus Furcht, Argwohn zu erregen. Einer von ihnen, der nach seinem weißen Turbane ein Mullah zu sein schien, sagte: „Jnschallah," das ist, so Gott will, „wir werden schon noch Mahomet, Ali und alle Jmans aus Persien vertreiben; und ob wir dann Engländer oder Russen werden, — womit sie Christen dieser Kirchen meinten —, ist für uns eine Sache von Gleichgültigkeit, da alle Glaubensbekenntnisse besser sind, als das des arabischen Räubers." Ich war froh, ihre Gesellschaft loszuwerden, denn obschon sie der Aristokratie des Ortes anzugehören schienen, so war doch ihre Sprache zu heftig, und ihr Streit und Haß gegen den Propheten von Mecca zu bitter zu einer Unterhaltung auf öffentlicher Straße. Den 13. April. — Heute besuchte mich der Almosensammler von einer großen Anzahl Juden begleitet. Er war viel milder, als vor einigen Tagen, und erzählte mir ohne Rückhalt, daß er über unser neuliches Gespräch nachgedacht habe; und obschon er nicht mit mir in meinen Ansichten über den Rabbinismus übereinstimmen könne, so glaube er doch, daß die Erklärer des Gesetzes nicht als untrüglich angesehen, und ihre Commentare nicht ohne Zweifel angenommen werden dürften. Ich versicherte ihn, daß, wenn er das Evangelium lese und mit dem Alten Testamente vergleiche, er viele Wahrheiten enthüllt finden werde, welche ihm jetzt in Zweifel und Ungewißheit gehüllt sein müßten. Er zuckte mit den Schultern, ohne irgend eine Bemerkung zu machen.