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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 36

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Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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184 mir in einer höchst unverschämten Weise, daß, wenn ich mit ihnen so viel Mitleid empfinde, ich auch ebenso Theilnehmer an ihren Züchtigungen werden könnte; und sch glaube, daß sie die Drohung wahr gemacht haben würden, wenn nicht mehrere russische Fischer mir zu Hülfe geeilt wären. Ich würde diese Sache vor den Statthalter gebracht haben; allein meine eigene unsichere Lage, die zweifelhafte Vertheidigung, welche mir zwei russische Kaufleute versprachen, und die allgemeine Verachtung und Verabscheuung, worin die Juden in diesem Lande gehalten werden, alles dies wirkte zusammen, meine Sorge zu verringern und diesen stillen Duldern Hülfe zu verschaffen. Während ich so beschäftigt war, die Juden im Hofe zu vertheidigen, blieben ihre Brüder in meiner Zelle vollkommen ruhig, und als ich sie fragte, wie sie mit solcher Gleichgültigkeit ihre Freunde mißhandeln sehen könnten, antworteten sie ganz einfach: „Solche Dinge sind wir gewohnt." Sie versammelten sich nun alle in meiner bescheidenen Wohnung, und diejenigen, welche keinen Platz finden konnten, standen an der Thür und hörten mit Erstaunen auf die mächtigen Wahrheiten des Evangeliums. Den Meisten von ihnen war jedes Wort neu, das ich sprach, und wie einst Philippus zu Nathanael sagte, so flüsterten viele dieser Vertriebenen einander zu: „Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz, und die Propheten geschrieben haben." Während des Tages vertheilte ich die meisten meiner Tractate. Gegen Abend ging ich wieder in das Judenviertel und setzte mich mit ungefähr zwanzig Juden unter einem schattigen Maulbeerbaume nieder. Unglücklicher Weise hatte meine Zuhörerschaft einen zu reichlichen Zug gethan (eine Gewohnheit, die unter allen Seelen in Persien allzu gewöhnlich ist), daher sie auch ganz untauglich zu einer ernsten Unterhaltung waren. Auf meiner Rückkehr nach Hause begegnete ich einer großen Anzahl Mahometaner, welche fragten, ob ich auch Tractate gegen ihren Propheten habe? Auf meine Gegenfrage, warum sie solche Tractate zu haben wünschten? antworteten sie mit großer Vorsicht (denn ich sähe sie nach allen Richtungen sich umsehen, ob irgend ein ,,Gläubiger" da sei)." „Weil wir Mahomet verabscheuen und sein

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