Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Dhne meine Frage zu beantworten, nach dem Hause des Mullah eilten, wohin ich ihnen folgte. Als der würdige Rabbi hörte, daß ich hebräisch sprach, und daß mein Bedienter ein Jude sei, legte er allen Zwang bei Seite und bewillkommte mich mit ungeheuchelter Herzlichkeit. Er fragte nach der Absicht meines Besuchs, und als ich darauf erwiederte, daß ich gekommen sei, ihm und seinem Volke Jesum von Nazareth als den wahren Messias zu verkündigen, rief er aus: „Ich habe viel von Ihnen gehört, und ich habe auch das Neue Testament gelesen, das mir von einem Freunde in Teheran gegeben wurde." Ich fragte, ob er mir erlauben würde, in der Synagoge zu predigen; worauf er antwortete: „Ich habe nichts dagegen, aber Chacham Rachmim aus Hebron, welcher gerade hier ist, um Almosen zu sammeln, wird nicht seine Zustimmung dazu geben, da er ein bittrer Feind Christi ist und sich beständig damit brüstet, daß er Ihre Bemühungen in Persien unwirksam machen wird." „Dann haben Sie schon übers Christenthum sich unterhalten?" sagte ich. „Ja, ich interessire mich sehr für den Inhalt des Neuen Testaments, und wenn ich nur immer irgend eine Aufklärung über die Lehren der Christen erhalten kann, so ist das der Gegenstand meiner Unterhaltung." Eine große Anzahl Juden, welche sich in das Haus gedrängt hatten, baten mich, ihnen zu predigen. Ich willigte gern in ihren Wunsch und belehrte die Menge um mich herum eine Stunde lang in der^Erkenntniß des großen Mittlers. Sie erwiderten nichts, sondern flüsterten einander zu: „Ist es möglich, daß wir uns so lange im Jrrthume befinden konnten?" Da ich von meiner langen Reise ganz ermüdet und erschöpft war, so kehrte ich, nachdem ich mich bei den Juden so eingeführt hatte, nach meiner Wohnung zurück. Den 10. April. — Nach dem Synagogen - Gottesdienste besuchte ich meine Bekannten vom gestrigen Tage. Sie waren sehr erfreut, mich wieder zu sehen, und bedauerten nur, daß der Sabbath sie verhindere, mir irgend eine Aufmerksamkeit zu zeigen. Ich sagte ihnen, daß es meine Absicht sei, ihnen die erlösende Liebe des Messias zu verkündigen, und wenn meine Worte im geringsten