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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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179 und ihnen den erneuernden und zu Gott führenden Einfluß des heiligen Geistes verleihen möchte. Nachmittags besuchte mich Mullah Rachmim, der Oberrabbiner, und einer seiner Freunde; sie erinnerten sich beide des vr. Wolfs und sprachen mit der größten Liebe von ihm. Wir sprachen lange mit einander, und der Mullah zeigte, daß er sowohl das Neue Testament gelesen habe, als auch Hochachtung für Christum und den christlichen Glauben fühle. Sein Haupteinwand war, gegen die Gottheit Jesu. „ Wenn diese, sagte er, nicht ein Artikel Ihres Glaubens wäre, so würde ich mich sogleich für einen Christen erklären." Ich sagte ihm, daß sein Einwurf nicht unserm Herrn, sondern der ganzen Bibel gelte, worin diese Lehre deutlich verzeichnet ist. „Es giebt, bemerkte er, in der Schrift Geheimnisse, welche nur die ergründen können, welche die Kabala verstehen." Ich bemühte mich, ihn von der Thorheit solcher Voraussetzungen zu überzeugen, aber er lächelte nur über meine Ungläubigkeit. Er lud mich ein, ihn zu besuchen, und ich beabsichtige, dies morgen früh zu thun, wo ich vielleicht Gelegenheit habe, in der Synagoge über das wahre Passaopfer, nämlich das Lamm Gottes, welches traget die Sünde der Welt, zu predigen. Am 9. April erreichte ich Balfrusch, die Hauptstadt des alten Hyrconia, aber die Aufnahme, welche ich daselbst fand, war alles Andere, nur nicht dazu geeignet, mein Gemüth aufzuheitern und meinen niedergedrückten Geist zu beleben. Denn ich mußte mehrere Stunden warten, ehe ich eine Wohnung finden konnte, und endlich wurde ich genöthigt, meine Behausung in einer finstern Zelle einer Karavanserei aufzuschlagen. Nachdem ich meinen zeitweiligen Aufenthaltsort ein wenig menschlich eingerichtet hatte, ging ich in das Judenviertel, es war das Osterfest und folglich herrschte ungewöhnliche Unthätigkeit und Ruhe. Die meisten von den Juden thaten sich entweder gütlich bei einem berauschenden Glase, oder sie saßen in Gruppen unter einem schattigen Baume. Ich redete eine solche Gruppe an und fragte nach dem Hause des Mullah. Der Klang des Hebräischen machte einen so gewaltigen Eindruck auf sie, daß sie

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