Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Zoroasters, dje unter dem Namen Ghebres, oder Feueranbeter bekannt sind, einige Stunden bei ihnen zu verbringen, und ihnen die Lehren des Christenthums zu erklären, welche unter den Inden so großes Interesse und Forschen erregt haben. Ich willigte gern in ihre Bitte und erklärte ihnen die wichtigsten Wahrheiten unserer heiligen Religion, nämlich: Die Barmherzigkeit und Güte Gottes; den Fall und das Verderben der menschlichen Natur; unsere hoffnungslose und traurige Lage; und die endliche Erlösung und Versöhnung durch das Blut Christi. Sie erkannten an, daß die Religion Jesu, wenn sie so klar und deutlich dargelegt werde, das Gemüth erleuchten und überzeugen müsse; aber indem ich ihnen die Sache näher ans Herz legte, wurden sie sehr unruhig und wünschten ängstlich die Unterhaltung zu beenden. Sie fragten nach persischen Neuen Testamenten, da aber die wenigen, welche ich bei mir hatte, schon verkauft waren, so lieh ich ihnen mein eigenes, in welchem, wie ich glaube, den größten Theil der Nacht und den ganzen folgenden Tag gelesen wurde. Sie sagten mir, daß sie nach Teheran um einige Bibeln schreiben wollten, da ich sie für den Inhalt derselben interesstrt habe. Ehe ich mich zur Ruhe begab, ereignete sich ein Vorfall, welchen ich blos deswegen erwähne, weil er zeigt, mit welcher Aengstlichkeit man unsere Bücher zu erhalten suchte. Am Abend kam ein armer Jude nach einem hebräischen Neuen Testamente; aber da ich mit den Parsen beschäftigt war, so wartete er, bis sie fortgingen, und brachte dann seine Bitte in einem höchst demüthigen Tone an. Unglücklicher Weise waren die Kisten schon gepackt und verschlossen, und mein Führer schwor bei dem Leben Mahomets und dem Barte Alis, daß wenn die Kisten Korane enthielten, und die Juden Moslems zu werden wünschten, er sich nicht zu Mitternacht beunruhigen lassen und die Kisten öffnen würde. Als der arme Mann dies hörte, war er sehr betrübt, aber Nichts konnte seinen Entschluß wankend, machen, denn er sprach: „Der Thorwächter mag versuchen mich hinaus zu werfen, (indem es spät ist und gegen die Regel, zu dieser Stunde in der Karavanserei herum zu schlendern) und Ihr Führer mag schimpfen und mich sogar mißhandeln; — ich