Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554635-2554643--01744-2557593
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zeugen, welche im Alten Testamente vorgebildet und geweissagt worden, im Neuen aber so klar entwickelt seien. Dann baten sie mich, ihnen zu beweisen, daß unser Herr der Messias sei. Dies that ich gern und sprach ausführlicher mit ihnen über die geheimnißvolle Menschwerdung unsers Heilandes, über die Wunder, welche seine göttliche Sendung beurkunden, über die Gnade, Liebe und Barmherzigkeit, welche er übte, und endlich über sein Leiden, seinen Tod Und seine Auferstehung, wodurch der Gnadenbund versiegelt, der Gerechtigkeit Gottes genug gethan wurde, und den bußfertigen und gläubigen Sündern Leben und Unsterblichkeit angeboten wird. Sie hörten mit Bewegung des Gemüths zu, aber als ihr Herz zerschmolz und von der göttlichen Botschaft ergriffen wurde, riefen sie aus: Halten sie inne, und stören Sie nicht unfern Frieden mit Lehren, denen wir unsere Zustimmung nicht geben dürfen und können. Es giebt 72 Religionen in der Welt, (eine Meinung, die sowohl unter den Juden als Mahometanern allgemein verbreitet ist) gehen Sie zu denen, und lassen Sie uns in Frieden." Sie nahmen jedoch Traktate an, und der Oberrabbiner bat um ein Neues Testament und um Punians Reise, die ich ihm gab und wofür er sehr dankbar schien. Nachdem diese weggegangen waren, kamen Andere, und so ging es fort bis zum Abend, wo ich mich matt und müde in meinen Teppich hüllte, bis ich so warm wurde, daß ich meine Hände gebrauchen konnte, die Begebenheiten des Tages niederzuschreiben. März 9. — Mehrere Mullahs und andere Juden beschäftigten mich den größten Theil des Tages, sie hatten sich augenscheinlich zu einem harten theologischen Kampfe vorbereitet, entdeckten aber bald, daß das untrügliche Wort Gottes ein zu mächtiges Bollwerk sei, alö daß es mit menschlichen Waffen angegriffen werden könne. Einer von ihnen hatte die Schrift „Chisuck Emunah", und auf meine Frage, woher erste erhalten habe, antwortete er: „Als Sie uns letzthin besuchten, lehrten Sie uns einen Glauben, der uns tbisher völlig fremd war, und da Ihre Worte unsere Gemüther beunruhigten und in Verlegenheit brachten, so schrieben wir dieses Gegenstandes wegen nach Bagdad, worauf man uns als Antwort

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.