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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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wo die Aussicht höchst malerisch und romantisch war. Vor uns Alp an Alp in einer gewaltigen Masse von weiß glänzenden Bergen, die sich von Horizont zu Horizont ausdehnen und die Finsterniß der Nacht in Tageslicht verwandeln. Gegen Süden lag die Ebene von Seyedobad, von Hügeln eingeschlossen und von Dörfern geziert, und aus der Ferne gesehen höchst fruchtbar durch die verschiedenartigste Cultur, während sich hoch über diesem fruchtbaren Thale die jähen Abhänge von Sennah und Kurdistan gleich Punkten in den Wolken kühn aufthürmten. Das Hinabsteigen von dieser felsigen Wintergegend war, obgleich weniger schwierig, doch nicht weniger gefährlich, denn jeden Augenblick versanken wir in Berge von aufthauendem Schnee, wo wir uns abmühen und arbeiten mußten, um uns wieder aus unserer unbehaglichen Lage zu befreien. Zu Mittage gelangten wir in die große Ebene von Hamadan, nachdem wir zehn Stunden in Schnee und auf Eis, in Nässe und Kälte gereist waren. Ich war steif und starr, hatte weder Gefühl noch Empfindlichkeit und erwartete kaum, daß ich im Stande sein würde, Hamadan ohne Fieber oder irgend eine andere Krankheit zu erreichen; aber der, welcher die Winde mildert, behütet die Seinen, wo sie nur immer sich befinden, und wenn immer sie ihn anrufen. Dies erfuhr ich auch in der That und Wahrheit, denn wenn ich auf die Mühseligkeiten und Beschwerden zurück sehe, die ich ertragen habe, so kann ich nicht genug die Güte Gottes preisen, daß er mich diesen schwersten Theil meiner Reise so unverletzt und ohne irgend eine nachtheilige Folge zurück legen ließ. Um vier Uhr Nachmittags zogen wir in Hamadan ein, und ich muß bekennen, daß ich den Geschmack Dejoces, Astyages, Cyrus und aller andern medischen Könige, welche diesen Ort zu ihrer königlichen Residenz machten, nicht bewundern konnte. Die ganze Ebene mit Einschluß der Häuser, Straßen und selbst des erhabenen Elwand war eine gewaltige Schneewüste, ein Anblick, welcher den Geist niederdrückte und das Auge, welches über die weite eintönige Fläche hinschaute, ermüdete. Ich eilte nach der Heimath des von der Reise ermüdeten Wanderers, — der Karavanserei, war aber zu ermüdet, als daß ich irgendwie Ruhe finden konnte.

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