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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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165 ich in ihren Wohnungen und fand sie sehr unwiffend, aber außerordentlich gelehrig und bereit, sich unterrichten zu lassen. Ich erklärte ihnen die verschiedenen Weissagungen, in welchen der Herr dem gefallenen Menschengeschlechte seine Absichten der Liebe und Barmherzigkeit von Zeit zu Zeit bekannt machte, und dann wies ich sie aus Jesum hin, das Lamm Gottes, welches träget die Sünde der Welt. Sie machten keine Einwendungen, sondern beklagten es tief, daß ihre Rabbinen, welche dazu bezahlt würden, um sie zu unterrichten, so von Vorurtheilen verblendet sein sollten, daß sie so wichtige und bedeutende Wahrheiten übersehen konnten. Ich gab ihnen zwei Neue Testamente und einige Tractate, welche ste sorgfältig zu lesen versprachen. Am Morgen setzten wir unsere Reise wieder fort. Unser Weg führte uns durch verschiedene enge Windungen auf eine große weite Ebene mit Dörfern besäet, Gärten und gut bebauten Feldern, ein Anblick, der einem in diesem traurigen und wüsten Lande selten zu Theil wird. Wir machten zu Seyetobad, einer kleinen Stadt Halt, wo ich bis Sonnenuntergang damit beschäftigt war, den wenigen Juden, welche daselbst wohnen, das Evangelium von unserer Seligkeit zu predigen. Ihr Vorleser, Mullah Daniel, und ein jüdischer Arzt schienen einen tiefen Eindruck von der Predigt des Kreuzes empfangen zu haben, und beide drückten die Hoffnung aus, mich künftig entweder in Persien oder in Babylon wieder zu sehen. Sie baten um ein Neues Testament und zwei Tractate, wofür sie mit Vergnügen die Kleinigkeit zahlten, die ich forderte. Des Nachts um zwei Uhr machten wir uns wieder auf den Weg. Die Nacht war finster und stürmisch, und die Wolken peitschten einander in rascher Verwirrung über den hohen Elwand, dessen Spitze unserm Blicke jeden Gegenstand verbarg. Der Weg hinauf auf diesen kalten und unfreundlichen Berg war schwierig und gefahrvoll, und sowohl Menschen als Thiere mußten ihre ganze Geschicklichkeit und Kunst anwenden, um nicht in dem zusammengewehten Schnee zu versinken, welcher alle Thäler und Schluchten angefüllt hatte, oder um einen mit Eis bedeckten Abgrund herab zu stürzen. Nach zweistündiger harter Arbeit erreichten wir die kühne Spitze, von 12

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