Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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164 jedoch überredete ich meinen Führer zur Abreise, obschon der Himmel noch' wolkig und drohend war. Unser Weg über die vom Regen aufgeweichte Ebene, dem bisiturischen Gebirge entlang, war ermüdend und lästig, und unser Gemüth wurde nach einem vielstündigen Marsche nicht sehr erfreut von der Wohnung, welche wir in der Nähe dieses alten Felsens fanden. Gerade am Eingänge der Karavanserei lag das stinkende Aas eines Maulthieres, der innere Hof aber war voll Koth, und die zu Wohnungen bestimmten Seitenplätze umher waren mit eingesärgten Leichen angefüllt auf ihrem Wege nach Kerbelai; das Alles zusammen schwängerte die Luft mit einem Gifte, hinreichend, die Pest, Cholera und jede andere tödtliche Krankheit zu erzeugen. Da mir nichts Anderes übrig blieb, so schlug ich, freilich mit Widerwillen, meine Wohnung in diesem Pestpfuhle aus und verbrachte daselbst, beschützt gegen die kurdischen Diebe und die beißende Kälte, ungeachtet aller Unbequemlichkeiten, eine erträgliche Nacht. Unsere nächste Station war Sahana, wo wir nur bis Mittemacht ruheten und dann uns wieder auf den Weg machten. Dieser führte uns über verschiedene Felsenberge, deren Düsterheit und Stille die Finsterniß der Nacht, und die Einsamkeit und Jsolirung der ganzen Umgebung unerträglich und schauerlich (awful) machte. Vormittags um neun Uhr erreichten wir Kengawar, einen Ort von bedeutendem Alter. Er liegt auf der Spitze eines Berges, an dessen Fuße mehrere Thäler mit vielen Bäumen und von zahlreichen Bächen bewässert, sich an den weithin sich erstreckenden Säumen des hohen Elwands hinziehen. Man findet hier noch die umgestürzten Fußgestelle und zerbrochene Säulen eines früheren Tempels, von dem man glaubt, daß er der Diana, der Göttin von Ephesus, geweiht gewesen ist, welchen zusammen mit andern klassischen Ueberbleibseln die barbarischen Bewohner in das Mausoleum eines Prinzen und die Privatwohnungen einiger wilden Kurden verwandelt haben. Gegenwärtig ist dieser Ort, welcher einst den Glanz Asiens mit den Freiheiten und der Bildung Griechenlands vereinigte, eine kleine schmutzige Stadt, von 500 mahometanischen und 50 jüdischen Familien bewohnt. Die letzteren besuchte