Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554635-2554643--01738-2557587- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
162 Erscheinung des Messias zu wissen. Ich sagte ihnen, daß ich nicht in^die verborgenen Geheimnisse Gottes zu dringen vermöchte; da aber die erste Erscheinung Christi für uns Sünder von viel größerer Wichtigkeit sei, indem sie der Grund unsers Glaubens und die Quelle unserer Hoffnung sei, so wäre ich gern bereit, ihnen die stufenweise Entwicklung dieses Gnadenplanes, wovon das Heil unserer unsterblichen Seelen abhängt, zu erklären. Sie alle stimmten dem bei, und meine kleine interessante Zuhörerschaft hörte mit der größestcn Aufmerksamkeit und mit sichtbarer Bewegung auf die Reihenfolge der Weissagungen, welche die Erlösung verkündigen, die in dem Evangelium unsers Herrn offen darliegt. Ich gab ihnen drei Reue Testamente und einige Traktate über Jesaias 53. Februar 27. — Früh Morgens richtete ich meine Schritte nach der Synagoge, sie ist ein sehr unansehnliches Gebäude aus Lehm, liegt in einem unansehnlichen Theile der Stadt und in der Mitte einiger elenden Hütten, welche ein schlagender Beweis sind von dem Elende der Juden in diesem Lande ihrer Gefangenschaft. Man hatte gerade angefangen zu beten, als ich in das bescheidene Heiligthum trat, einer der Mullahs bot mir sogleich ein Paar Gebetriemen an und ein Gewand mit Troddeln (Tallas). Indem ich ihm für seine Aufmerksamkeit dankte, sagte ich ihm, daß ich solcher Dinge nicht bedürfe, um Gott meine Gefühle im Gebete vorzutragen, und setzte mich auf den mit Matten belegten Boden, bis der Gottesdienst, welcher weder feierlich noch andächtig war, beendigt war. Dann luden mich die Mullahs ein zu ihnen zu reden, und nun predigte ich, umgeben von mehr als hundert Erwachsenen und vielen Frauen und Kindern, welche die Neugierde hingezogen hatte, den Heiland, den sie unwissend so lange verachtet und verworfen haben. Es war ein erquickender Anblick, (und gelobt sei Gott für diese Gnade) eine solche Anzahl armer verlorner Sünder die Worte des Lebens und der Wahrheit aus dem Munde eines Christen mit bekümmerten Angesichtern, unterdrückten Seufzern und innerlichen heftigen Kämpfen gleichsam einschlürfen zu sehen. Einer der Rabbinen, Mullah Aaron fürchtete augenscheinlich die Wirkung, welche meine Rede machen könnte, daher bat er mich, hebräisch und nicht persisch zu