Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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161 thums darthun; aber unter der Herrschaft räuberischer Statthalter versehen diese berühmten Ebenen, welche einst zahlreiche und fruchtbare Stämme ernährten, jetzt kaum einige hundert Herumschweisende Kurden mit den nöthigen Lebensbedürfnissen. Gegen Abend machten wir Halt in dem armseligen Dorfe Harunabad, und ich mußte die ganze Nacht wachen (da meine Bedienung nicht wohl war) aus Furcht vor heimlichen Besuchem. Am 24. bekamen wir Kermanschah zu Gestchte, eine bedeutende Stadt, die malerisch schön an einer Anhöhe liegt. Das ganze Land war noch in das weiße Gewand des Winters gehüllt, was einen Anblick, gewährte, der wenig darauf berechnet war, mich selbst oder meine verdrießliche Bedienung, die schon seit mehreren Tagen ihr grausames Schicksal, die sonnige Stadt Bagdad verlassen zu haben, beklagt hatte, zu erfreuen. Am 25. Februar sandte ich Gomtob (meinen jüdischen Bedienten — früher in Diensten des Oberrabbiners zu B agd ad und ein guter Talmudist) zu den Juden, um ihnen meine Ankunft und meinen beabsichtigten Besuch in ihrer Synagoge anzuzeigen. Mullah Rach mim, ihr Oberrabbi, kam sogleich, mich zu bewillkommnen; er versicherte mich, daß er sich meines früheren Besuchs und der Lehren, die ich damals gepredigt hätte, noch lebendig erinnerte, und fügte mit großer Feierlichkeit hinzu: „Glauben Sie, viele Ihrer Bemerkungen sind tief in mein Herz gedrungen und werden niemals vergessen werden." Er und einer seiner Freunde blieben mehrere Stunden bei mir, während welcher Zeit ich sie zu dem Bewußtsein ihrer Sünden und der Nothwendigkeit eines solchen Erlösers zu bringen suchte, wie ihn uns die Liebe Gottes in der zweiten Person der heiligen Dreieinigkeit gegeben hat. Der Mullah bat mich, ihm ein Neues Testament und den „Wahren Israeliten" zu geben für einen Rabbiner in einer entfernten Stadt, dem er die Schriften senden wolle. Ich gab sie ihm, wofür er sehr dankbar zu sein schien. Februar 26. — Der Regen ergoß sich in Strömen herab; dies verhinderte jedoch nicht mehrere Juden, mich zu besuchen. Sie waren besonders ängstlich besorgt, die genaue Zeit der künftigen