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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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160 Fäulniß übergegangenen Leichen, welche auf dem Wege nach Nedgeff waren, um in der Nähe ihres großen Jmom Ali beerdigt zu werden, dessen Nachbarschaft eine Bürgschaft und Paß fürs Paradies ist. Ich hatte große Mühe einigen Schutz für mich und meine Bedienung zu finden, und endlich wurden wir genöthigt unter dem Thorwege uns niederzulaffen, wo wir dem kalten Winde des Winters ausgesetzt und in Gefahr waren, unter den Füßen der zahllosen Pferde und Maulthiere zertreten zu werden, welche zu jeder Stunde des Nachts durch die Thore aus und eingingen. Am Morgen verließ ich ohne das geringste Bedauern den klassischen Boden, wo Khosro und seine schöne Schirin mehr Bequemlichkeit genossen als ich. Auf unserm Wege wurden wir von einem heftigen Regenschauer ereilt, wovon jeder Tropfen, sy wie er auf unsere Oberkleider fiel, in Eis verwandelt wurde. Da ich meinen Weg durch den hart gefrornen Schnee und Koth nahm, so erreichte ich bei Zeiten Serpul, um in der Karavanserei einen Winkel für mich und meine Bedienung zu sichern. Am folgenden Tage stiegen wir hinauf zu dem luftigen Passe Zagri Pylä, die medischen Thore der Römer. Die steilen und schroffen Abhänge gaben dem Scharfsinne unserer Thiere vollen Spielraum, welche mit solcher Sorgfalt über die Felsen und senkrechten Abgründe hinweg kletterten, daß es schien als ob sie ein übernatürlicher Instinkt leitete. Auf der Spitze des rauhen Berges kamen wir zu einer verfallenen Karavanserei und einigen Hütten, von wild aussehenden Wagehälsen bewohnt, deren bloße Erscheinung schon das Herz zittern und das Gesicht bleich machte. Ich hatte keine Lust, mich diesen verdächtigen Hütten und deren nicht weniger verdächtig aussehenden Bewohnern anzuvertrauen; und da der Weg als sicher bezeichnet wurde, so reiste ich weiter, und erreichte gegen Sonnenuntergang Kerrind, ein großes Dorf von einer Secte bewohnt, welche an die Gottheit Alis glaubt. Am folgenden Morgen verließen wir das assyrische Gebirge und betraten das weithin sich erstreckende fruchtbare Weideland der alten Meder. Der Boden sieht noch sehr fruchtbar aus, und unter einer wohlgeordneten Regierung möchte er sich als eine unerschöpfliche Quelle des Reich-

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