Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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15$ erachtet der Verheerung vieler Jahrhunderte immer noch den Stempel früherer Kultur und Fruchtbarkeit an sich trägt. Hatten wir zwei oder drei Meilen — nämlich englische Meilen — zurügelegt, so wurde unser Weg wieder von einem Kanäle durchschnitten, von denen der eine, der Nateriun, so breit ist, wie der Tigris bei Diarbekr, und muß ein Werk von ungeheurer Krastanwendung und Kosten gewesen sein. Bei B aku b a setzten wir auf einer Fähre über den Diala, wofür außerordentlich viel bezahlt werden muß, und dann traten wir in die Stadt ein, wo wir, wie gewöhnlich, in einer Karavanserei abstiegen, dem besten Ruheorte für bescheidene Reisende. In Bakuba wohnen verschiedene jüdische Familien aus Bagdad, von denen ich die meisten besuchte, die aber, gleich der Mehrheit der ärmeren Klasse, in diesem Lande, außerordentlich unwissend waren, und nichts wußten, außer daß sie Nachkommen derjenigen seien, welche an die Bibel glaubten. Ich gab ihnen einige Eremplare des Traktats Nr. 9, und bat sie, Herrn Brühl zu besuchen, wenn sie nach Bagdad kommen sollten. Unsere beiden nächsten Stationen führten uns nach Khanakin, einem großen Dorfe, das hauptsächlich von Kurden bewohnt ist, deren vorzüglichste Beschäftigung Plündern und Rauben ist. Man glaubt, daß dieser Ort von bedeutendem Alter ist, und der Quarantaine-Arzt sagte mir, daß daselbst lange Reihen von unterirdischen Kammern vorhanden seien, welche die Regierung vermauert hat, da sie den Räubern und Banditen eine sichere Zufluchtsstätte boten. Wir richteten unfern Schritt nach der Karavanserei, aber jede Ecke und jeder Winkel dieses entsetzlich schmutzigen Ortes, der uns schon bei der Rückerinnerung schaudernd macht, war so angefüllt, daß wir gern den Beistand einiger jüdischer Bekannten benutzten, welche uns eine Wohnung besorgten, wo wir unsere nassen Kleider trocknen, und ohne Rückhalt oder Störung über die wichtigen Fragen, die zwischen uns stattfinden, uns unterhalten konnten. In Khanakin und Hajei Kara, zwei Dörfer, die nur durch einen Fluß getrennt werden, wohnen zwanzig jüdische Familien außer einigen, welche den Ort wegen Handelsgeschäften besuchen. Ich