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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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157 Landschaften, welche in andern Ländern dem Körper Spannkraft, und dem Gemüthe Frohsinn geben, bringen in diesen unwirthbaren Ländern in dem Menschen gerade die entgegengesetzte Wirkung hervor. Kaum hat man einen Weg von zwei oder drei Stunden zurück gelegt, so ist man matt und müde und das Auge schweift über die leeren Wüsten, um den ersehnten Munsil, oder Halteplatz zu erspähen. Diese Gefühle der Müdigkeit, welche jede Empfänglichkeit abstumpfen und den Geist Niederdrücken, sind die unzertrennlichen Begleiter der Reisen in Karavanen; denn selbst die Bewegung der überlasteten Thiere verbreitet schon ein Krankheitsgefühl über den ganzen Körper, und ich kann Sie versichern, daß nichts als, eine ernste und große Sehnsucht, die beseligende Erkenntniß des Evangeliums weiter auszubreiten, Veranlassung geben kann, diese uncivilisirten Gegenden zu besuchen. Damit Sie sich jedoch eine richtige Vorstellung von Abnutzung des Leibes und Geistes machen können, welche mit solchen Reisen verbunden sind, will ich Ihnen einen kurzen Umriß von meiner Reise nach Persien geben. Am 2. Februar, nachdem ich diejenigen, die mir auf dieser Erde die-Theuersten sind, dem gnädigen Schutze und der Obhut unsers Bundesgottes empfohlen hatte, sagte ich Bagdad für eine Zeitlang Lebewohl, so wie den wenigen nach Wahrheit suchenden Israeliten, welche sich mit betrübten Gesichtern in meinem Hause versammelt hatten, um Zeugen meiner Abreise zu sein. Unsere Reise am ersten Tage über die unabsehbare Ebene bot durchaus keinen Gegenstand von Interesse dar. Meilenweit war kein Strauch oder grünes Blättchen zu sehen. Der kalte Hauch des Winters hatte gleich den feurigen Winden des Sommers, Alles zerstört und verzehrt, und unsere Augen spähten vergebens nach dem scheinbaren Flusse, den Gärten und Burgen, womit uns die Fata Morgan« der Wüste begrüßte. In der Karavanserei Beni Saad machten wir Nachtquartier, verbrachten daselbst aber, halb erstickt von dem Rguche, womit die vereinigten Feuer von verschiedenen Gruppen persischer Pilgrime die lange Reihe von Ställen füllte, eine schmerzhafte und schlaflose Nacht. Als der Morgen graute, setzten wir unsere Reise über die große chaldäische Ebene fort, welche un-

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