Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Wir bitten zum Beweise nur 3. Buch Mos. 26, 5. Buch Mos. 28, Jes. 29, Jerem. 2, nachzulesen. Und hat Israel das nicht auch stets in seinen Gottesdiensten bekannt? Hat Israel es nicht bekannt, daß es um seiner Sünden willen aus dem Lande seiner Väter vertrieben worden ist, und so unaussprechlich viel hat leiden müssen? Und wenn das, dann fragen wir, ob es nicht ein Hohn des Wortes Gottes und des Bekenntnisses Israels ist, wenn man gerade das Gegentheil behauptet? Niemand wird antworten können: Nein. Doch wir wollen heute nicht die Widersprüche mit dem Worte Gottes und dem Bekenntnisse des Judenthums, deren sich die Allg. Zeit. d. Jud. mit diesen Ansichten und Behauptungen schuldig macht, Nachweisen; wir wollen auch nicht darauf Hinweisen, wie sie mit der Geschichte und selbst mit ihren eigenen Correspondenten damit in den schroffsten Widerspruch tritt. Nein, sondern wir wollen einmal annehmen, es wäre Alles das wahr, was sie uns in dieser Beziehung von dem Judenthume und von der Treue der Juden in der Beobachtung ihrer Religion und dem Festhalten des Glaubens an den geoffenbarten Gott sagt, oder wenigstens annehmen, daß dies die feste unumstößliche Ueberzerkgung des, oder der Herausgeber sei. Was aber soll man dann zu dem Leitartikel in Nr. 43 dieses Jahrganges sagen? Wäre man nicht schon längst solcher Widersprüche gewohnt, man müßte wahrlich über solche Aeußerungen, wie sie in diesem Artikel Vorkommen, erstaunen, und wir haben gewiß recht, wenn wir sagen, daß Jeder, der sich aus der Allg. Zeit. d. Jud. über die Zustände des Judenthums unterrichten will, zu der Frage genöthigt wird: Was ist Wahrheit? Damit der Leser selbst entscheiden kann, ob wir recht haben oder nicht, ob wir die Sache übertreiben oder nicht, theilen wir diesen Artikel wörtlich mit. Er lautet also: „Eine Zeit der Schmach nannte man wohl jene Zeit, wo die Bekenner des Judenthums, ausgestoßen aus der menschlichen Gesellschaft, auf einige wenige, theils verächtliche, theils gehässige Erwerbszweige beschränkt, mit ihrer Stirn den Staub küssen mußten, um nur athmen zu dürfen, und auch dann Verfolgung und Marter ihrer harreten."