Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 9 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir führen diese Worte aus dem Munde eines Juden deswegen an, weil sie von der größten Wichtigkeit sind. Sie zeigen von der einen Seite, wie sich ganze Körperschaften von Juden von dem Talmude als göttlichem Gesetze lossagen und ihren Glauben allein auf das untrügliche Wort Gottes gründen wollen. Ein solcher Schritt kann und muß nur zur Erkenntniß der Wahrheit und zu ihrem Heile führen. Von der andern Seite zeigen sie uns ebenso klar den großen Unterschied zwischen den Reformjuden in England und denen bei uns in Deutschland. Jene erkennen die ganze heilige Schrift als Wort Gottes an und halten sie für den Israeliten für verbindlich , während diese aus derselben nur grade das herausnehmen und für verbindlich erklären, was ihrer Vernunft angemessen zu sein scheint und, wie sie es bis zum Ekel wiederholen, zeitgemäß ist. Endlich tritt uns hier auch so recht klar vor die Augen, welch großen Einfluß die Christen und die Zeitumstände auf die Juden ausüben. In England, wo ein wahrhaft kirchlicher, an das Wort Gottes gläubiger, wir möchten sagen, in der Religion konservativer Sinn unter den Christen aller Parteien vorherrschend ist, so daß kaum Jemand die Wahrheiten des geoffenbarten Wortes Gottes zu bezweifeln, viel weniger anzutasten wagt, macht sich dieser Geist und Sinn auch bei den Juden geltend und gestattet dem Unglauben keinen Zutritt, an den ewigen Grundsätzen der Wahrheit zu rütteln. In Deutschland hingegen, wo man von christlicher Seite so lange Zeit dem Grundsätze gehuldigt hat, daß in der Bibel zwar Gottes Wort enthalten, aber die Bibel nicht Gottes Wort selbst sei, womit jeder Willkür Thür und Thor geöffnet ist, betreten die Juden ganz dieselbe Bahn; auch sie huldigen sofort diesem Grundsätze, sobald sie sich den Fesseln des Talmuds entwunden haben. Dieser Umstand aber ist ein recht schlagender, unwiderleglicher Beweis dafür, was wir schon so oft ausgesprochen haben, wie anmaßend es ist, wenn unsere deutschen Reformjuden austreten und uns Vorreden wollen, das, was sie Judenthum nennen, sei das eigentliche wahre, ursprüngliche Judenthum, da es doch weiter nichts ist, als ein Nachtreten und Nachbeten der christlichen Gelehrten aus der sogenannten Zeit der Aufklärung, oder der philosophischen Schulen. Wir sagen hiermit nicht zu viel; wir kennen die Ansichten der