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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 9 (1852) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
9 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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136 ■BW liert ihn aus den Augen, sobald er ein Beweis des Erfolges unserer Thätigkeit geworden ist." - -Nachdem Herr Shaw noch weiter darüber gesprochen und nachgewiesen hat, daß die Zahl der bekehrten Israeliten eine sehr bedeutende sei, und die Uebertritte zum Christenthume sich von Jahr zu Jahr bedeutend vermehren, geht er zum zweiten Theile des Antrags über, nämlich die großen Veränderungen der religiösen Anschauung betreffend, welche unter den Juden stattgefunden haben. Er weist diese an einem Beispiele in London nach, das auch wir hier mittheilen wollen. Er sagt: „Vor ohngefähr zwölf Jahren wurde die Synagoge in der Burton-Straße errichtet und gegründet und von Personen geleitet, welche ihre Meinung dahin aussprachen, das überlieferte Gesetz nur als menschliche Erfindung zu betrachten und sich allein auf den Boden der Schrift zu stellen. Die Rede, welche bei dieser Gelegenheit von .der leitenden Person oder dem Prediger dieser Synagoge gehalten wurve, ist eine sehr merkwürdige. Es heißt darin: „Wir erkennen in den überlieferten Nachrichten einen schätzbaren Beitrag zur Erläuterung vieler Stellen in der Schrift; wir fühlen uns stolz, sie als ein Denkmal des Eifers und der geistigen Thätigkeit unserer Vorfahren zu besitzen. Wir halten es für unsere Pflicht, die Aussprüche derjenigen zu ehren, von denen wir überzeugt sind, daß sie ihr Leben für die Erhaltung des Gesetzes, das Gott sich herabgelassen hat uns zu überliefern, geopfert haben. Aber wir müssen, unsere Ueberzeugung drängt uns dazu, feierlich leugnen, daß der Glaube an die Göttlichkeit derjenigen Ueberlieferungen, welche in der Mischnah und dem Jerusalemischen und Babylonischen Talmud ausgezeichnet sind, von gleicher Verbindlichkeit für den Israeliten ist, wie der Glaube an die Göttlichkeit des Gesetzes Moses. Wir wissen, daß diese Bücher menschliche Zusammenstellungen sind, und obgleich wir von unfern nachbiblischen Vätern gern Rath und Belehrung annehmen, so können wir doch nicht unbedingt ihre Gesetze annehmen. Für die Israeliten giebt es nur Ein unveränderliches Gesetz, das ist die heilige Schrift, welche Gott zum sichern Führer für sein Volk bis an's Ende der Zeit niederzuschreiben befohlen hat."

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