Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 7-8 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554635-2554641--01700-2557547- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
186 Dr. M'Neile aufzur ferneren Unterstützung dieses Vorschlags.Et sprach.zunächst die Hoffnung:aus, daß dasGerücht von der Erkaltung imder Zudenmisstöns-Sache selbst unter ihren Freunden, das so recht gefliffentlich in einigen Theilen des Landes verbreitet werde, nicht wahr sei, wies dann die Meinung, daß der Juden Zeit noch nicht gekommen sei, als falsch nach, und zeigte endlich/: wie .viele Stellen des Alten Testaments, die sich auf die^ Juden beziehen, fälschlicher Weise auf die christliche Kirche bezogen würden.' Wir wollen nur Einiges aus seiner Rede, den zweiten Punkt betreffend, mittheilen. Er sagte unter Andern: / : „Warum sollte irgend eine Kälte gegen unsere Sache vorhanden sein? Man kann nicht behaupten wollen-, daß die Juden eine Ausnahme sind von dem. ersten großen Befehle: Gehethin, prediget das Evangelium aller Kreatur. Im Gegentheil giebt dieser ursprüngliche Beseht den Juden einen entschiedenen Vorzug: Denn als der Erlöser den Befehl, gab , hinzugehen zu allen Völkern, fügte er hinzu: änhebend zu Jerusalem. Und die Apostel verstanden das nicht blos geographisch, daß sie zunächst in Jerusalem anfangen sollten, bevor sie die heilige Stadt verließen, sondern characteristisch oder national, wohin sie nur immer gehen würden, so daß sie in jeder Stadt in der Synagoge der Juden zu predigen anfingen.- Sogar der-Apostel der Heiden sagte den Juden zu Antiochien in Pisidien: Euch mußte zuerst das Wort Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet, und achtet euch selbst nicht werth des ewigen Lebens, siehe, so weirden wir uns zu den Heiden. Aber auch nachher, als er nach einer andern Stadt ging, fing er wieder in der Synagoge der Juden an. Auch kann man nicht sagen, daß die Juden sür uns unzugänglicher sind, als andere Völker. Wir haben nicht-nöthig, unwirthbare Gegenden der Welt zu durchwandern, noch uns einem ungesunden Klima .auszusetzen, noch barbarische Sprachen zu lernen, um den Juden das Evangelium zu bringen. Sie wohnen unter uns; -sie sind mit den neueren Sprachen Europas bekannt und sind leichter Wgänglich, als irgend ein anderes Volk. Auch kann man nicht sagen, daß sie in Unwissenheit und Barbarei versunken seien, daß es vergebens sei, mit der Predigt des Evangeliums unter ihnen anzu-