Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 7-8 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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103 Hauptmann aus: „Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch, ist Gottes Sohn gewesen," so schlagen, die bei ihm stehen, und alles, was da geschieht, mit ansehen, an ihre Brust, gleichsam als ein Ja und Amen auf das, was der Hauptmann gesprochen. Glauben wir nun, die künftige Bekehrung des jüdischen Volkes werde durch göttliche Gerichte vorbereitet und durch eine reichlichere Mittheilung des heiligen Geistes bewirkt werden, so ist ja unsere Misstonsarbeit an Israel überflüsfig und nutzlos. Das ist ste keinesweges. Nöthig ist sie schon deswegen, weil doch auch ihr die Verheißung gegeben ist: „Es soll das Wort, so aus meinem Munde geht, nicht leer wieder zu mir kommen, sondern thun, was mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich es sende." Es sind doch immer Einzelne, die durch die Thäligkeit der Mission aus den Banden der geistlichen Finsterniß errettet und zu dem guten Hirten hingeführt werden. Nöthig ist aber die Missionsarbeit an Israel auch deswegen, weil doch das Kommen des Reiches Christi in großer Kraft zu diesem Volk angebahnt werden muß durch die Verkündigung des Evangeliums. Das Gesetz wird dem Volke Israel nicht eher gegeben, als bis es durch die Führungen der Macht und Güte Gottes für dasselbe vorbereitet worden. Und wie lange vorher ist nicht die Ankunft des Sohnes Gottes in der Welt vorbereitet worden! Moses schon zeigt auf ihn hin, der nach dem Fall im Paradiese und den Erzvätern verheißen worden war; der königliche Sänger weist hin auf den, der kommen soll; die Propheten reden von ihm, ein Jahrhundert nach dem andern ruft: Er wird kommen, der Israel erlöse von allen seinen Sünden, er wird kommen, der sein Leben giebt zum Schuldopfer für die Sünde, und da er austritt, der Trost Israels und der Heiden Licht, muß Johannes auftreten und von ihm zeugen: das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. So ist denn die Misstonsarbeit unter den Israeliten nöthig, damit die Einzelnen von ihnen, die dem Evangelio gehorsam werden, eingesammelt werden in die Kirche des Herrn, und damit er den Weg zu diesem Volke bereitet finde, wenn er kommt, demselben sich zu offenbaren in der Fülle seiner Gnade.