Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 7-8 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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104 Werden, das Zustandekommen derselben nicht ausgedkückt und bezeichnet werden kann. Ueberdies haben wir ein Wort des Propheten Jesaias, das unsere Ansicht von der allmähligen Bekehrung des Volkes Israel in der Zukunft begründet. „Zu der Zeit, heißt eS, wird der Herr würfeln von dem Ufer des Wassers bis an den Bach Egyptens; und ihr Kinder Israels werdet versammelt werden, einer nach dem andern." Wollte man uns entgegnen, diese Worte haben ihre völlige Erfüllung in der Zurückführung des jüdischen Volkes aus Babel in das Land ihrer Väter gefunden, so müssen wir dieses so lange in Zweifel ziehen, bis man uns die Wahrheit, die Richtigkeit dieser Erklärung dargethan hat. Ohne die Mitbeziehung dieser Worte auf jene Zurückführung irgendwie in Abrede zu stellen, verstehen wir sie hauptsächlich und vornehmlich von der künftigen allgemeinen, aber allmähligen Bekehrung des jüdischen Volkes, von der wir gern glauben, daß sie nicht so langsam wie jetzt gehen wird. Mit jener Ansicht, das Volk Israel werde plötzlich und auf ein Mal zu Christo sich bekehren , ist nun auch die Annahme verbunden, Gott werde zu diesem Zweck auf eine ungewöhnliche, außerordentliche Weise auf Israel einwirken, welche Einwirkung in einer noch reicheren Ausgießung des Heiligen Geistes bestehen soll, als die war, die am ersten der christlichen Pfingsten über die Apostel stattfand. Auch ist man der Meinung, Gott werde durch erschütternde Ereignisse das jüdische Volk für dieses Werk vorbereiten. Sehen wir nun auch nicht ein, warum wir diese Ansicht nicht theilen sollten, so sind wir doch weit entfernt, anzunehmen, Israel werde als Volk auf einmal bekehrt werden. Ohne den heiligen Geist kann ja Niemand Christum seinen Herrn im Glauben nennen, sich zu ihm bekehren; sollen nun viele zu diesem Glauben kommen, so ist ja ein großes Maaß des Lichts und der Kraft dieses Geistes erforderlich, auch können große ergreifende, erschütternde Ereignisse einen heilsamen Einfluß aus die Gemüther haben, und diese durch dieselben aus ihrem geistlichen Schlaf gerüttelt und hingerichtet werden auf das Kommen des Reiches Gottes mit Macht. Wenn beim Tode deö Herrn die Erde erbebt, die Felsen zerreißen und die Gräber vieler Heiligen sich öffnen, die Sonne ihren Schein verliert, so ruft der heidnische