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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 7-8 (1852) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
7-8 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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106 Was sollen wir thun für die Bekehrung der Juden? In welcher Weise sollen wir die Judenmisston unterstützen? Die Zeiten sind schlecht, wir können kaum so viel erwerben, die nothwendigsten Bedürfnisse zu befriedigen, mit Geben können wir nicht helfen. Nun, wer ärmer ist, als jene Wittwe, die ihr letztes Scherslein darbrachte, der kann freilich keine Gabe von Silber oder Gold ans den Altar der Judenmission niederlegen, eins aber kann er doch thun, er kann beten fiir Israel, kann beten, daß der Herr den Arbeitern unter ihnen Weisheit und Kraft verleihe, damit sie mit hingebender und ausdauernder Liebe das ihnen aufgetragene Werk treiben; kann beten, daß ihnen eine offne Thür gegeben werde, damit sie viel Frucht schaffen, kann beten, daß die Bekehrten aus Israel wachsen mögen in derErkrnntniß Jesu Christi, damit sein heiliger Name auch durch sie verherrlicht werde. Und sollten Jesu Jünger nicht auch im Stande sein und zuweilen Gelegenheit haben, den Israeliten ein Wort zu sagen, das diesen nützlich werden könne. Spricht die Welt mit ihnen über irdische Angelegenheiten, so mögen gläubige Christen mit ihnen über die wichtigste Angelegenheit des Herzens und Lebens sprechen. Und tragt die Bekehrten aus Israel, tragt sie in Liebe; seid nicht hart im Urtheil über sie, bedenkt, daß sie mit Manchem zu kämpfen haben, das wir, die wir in der Kirche Christi geboren sind, gar nicht kennen. Helft ihnen, wenn sie fehlen und straucheln, wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, damit sie mit uns das Ziel unserer himmlischen Berufung erreichen. Wir sollen die Judenmission unterstützen, dazu fordert uns die Liebe auf, und nicht nur die Liebe, auch die Schuld treibt uns solches zu thun. Das Heil kommt von den Juden. Unser lieber Herr, der uns selig macht, kommt, dem Fleische nach, von den Juden her, und Moses und die Propheten, die Apostel und Evangelisten, sie waren Juden; was wir von geistlicher Segnung besitzen, ist uns mittelst der Juden geworden. Wollen wir nicht thun, was in unserer Kraft ist, damit sie in die Hütte Sems zurückgefiihrt werden, von welcher wir Besitz genommen haben? Es ist Raum in ihnen für uns alle. Wir sind Schuldner der Juden auch noch aus einem andern Grunde. Wir haben durch unfern Unglauben und unfern unchrist-

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