Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 7-8 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 hat, dessen Kraft er aber verläugnet. Unlauterkeit und Heuchelei unter den Christen dürfen uns nicht beftemden, wenigstens befremden fie uns nicht, seitdem wir gelesen haben, daß unter den Zwölfen des Herrn ein Judas gewesen ist. Was uns nun unter uns nicht besonders aufzufallen Pflegt, das sollten wir doch nicht als Etwas ansehen, das an Bekehrten aus dem Judenthum nicht Vorkommen darf. Doch wenn wir sagen, die Zeit ist noch nicht da, in welcher die Juden zu Christo sich bekehren werden, so gründen wir diese unsere Ansicht weniger auf die Erfolge der Missionsthätigkeit, als auf das Wort der heiligen Schrift und namentlich auf das des Apostels, welcher spricht: Wenn die Fülle der Heiden eingegangen ist, wird ganz Israel selig werden. Nach der Meinung nicht Weniger soll mit diesem Wort gesagt sein: Die Bekehrung der Juden werde eintreten, wenn alle heidnischen Völker zu Christo sich bekehrt haben werden, und das ganze Israel werde als Volk sich mit einemMale zu Christo bekehren. Verstehen wir unter dem Eingehen der Fülle der Heiden die Bekehrung aller heidnischen Völker zu Christo, so müssen wir uns auf nicht unbegründeten Widerspruch gefaßt halten, da nach dem Worte des Herrn Jesu das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugniß über alle Völker gepredigt werden wird, wir setzen hinzu, nur zum Zeugniß, damit sie am Tage des Gerichts keine Entschuldigung haben. Und wollen wir die künftige Bekehrung Israels uns so denken, als werde dieselbe nicht nach und nach, sondern mit einem Male erfolgen, so nehmen wir etwas an, dem in der Geschichte der Kirche Christi Nichts an die Seite gesetzt werden kann. Man erwidert, was in dieser Beziehung noch nicht geschehen ist, das kann noch geschehen, und wir glauben, daß es geschehen wird, weil es in Gottes Wort vorhergesagt ist. Angenommen, die angezogenen Worte des Apostels sagten nicht, daß die Bekehrung Israels mit einem Male stattfinden werde, so fehlt es uns ja nicht an prophetischen Stellen, in welchen dieses ausgesprochen ist. Wir wissen wohl, erwidern wir, daß es Stellen giebt in den prophetischen Schriften, welche dieses zu sagen scheinen; allein wir dürfen nicht vergessen, daß künftige Ereignisse, Begebenheiten, Zustände den Propheten häufig in Bildern sich darstellten, in welchen das Entstehen, das