Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 7-8 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 sie zum Genüsse der Heilsgüter einzuladen; der Israelit aber will anders behandelt sein. Was der Christ glaubt oder doch glauben soll, daß muß dem Juden erst bewiesen werden. Wir glauben an Jesum als den Erlöser, der im Alten Testament verheißen ist, der Jude aber hofft noch, er werde erst kommen. Soll nun der Jude glauben, Jesus sei der Verheißene, so muß ihm nachgewiesen werden, daß an Jesu und durch ihn erfüllt worden ist, was Moses und die Propheten in Bezug auf den Messias geweiffagt haben. Der Prediger, der den Juden mit Nutzen predigen will, müßte die Uebereinstimmung des Neuen Testamentes mit dem Alten in Bezug auf die Lehre von Christo darthun, was den meisten seiner Gemeindeglieder überflüssig erscheinen würde. Ja, und noch mehr als das, müßte er thun. Die Juden glauben schon seit mehr als 1800 Jahren nicht an das A. T.; hätten sie an dasselbe geglaubt, wie würde denn unser Heiland zu ihnen gesagt haben: Wenn ihr Mose glaubet, so glaubtet ihr auch mir: denn er hat von mir,geschrieben." Sie haben an das A. T. geglaubt, aber nicht anders, als es ihnen ihre Weisen und. Priester und Schriftgelehrten vorgeschrieben haben; einfältig aber haben sie ebenso wenig an das A. T. geglaubt, wie unsere Rationalisten an das Neue. Wer von der Wahrheit dieser Behauptung sich überzeugen will, der mache nur den Versuch, dem Israeliten aus dem A. T. zu beweisen, daß Jesus der verheißene Messias sein müsse. Setzen sie seiner Beweisführung auch Anfangs Stellen aus dem A. T. entgegen, es währt nicht lange; denn sobald sie durch zwingende Aussprüche desselben sich gedrängt sehen, wird der Unglaube ihres Herzens offenbar. Soll der Jude in christlichen Kirchen das Evangelium mit Nutzen hören, so muß ihm gezeigt werden aus dem 91*. T. die Nothwendigkeit eines Erlösers von der Sünde, die Verheißung eines solchen Erlösers, ihm vorgeführt werden das Bild von der Person und die Art und Weise der Ausführung seines weltversöhnenden Werkes. Ist das nun für einen Prediger ausführbar, von dem seine Gemeinde erwartet, er werde zu ihr reden von der gekreuzigten Liebe und dem Heile in ihr? Wollte er sich hierauf einlassen, so würde es doch nur selten geschehen können. Haben