Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 6 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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93 begleiten. Da Herr Goldberg gehört hatte, daß der Mudir ihn zu sehen wünsche, so machte er diesem einen Besuch und erzählt uns darüber in wenig Worten Folgendes: „ Ich war nicht wenig erstaunt, als er mich in deutscher Sprache anredete. Um mir darüber Aufschluß zu geben, sagte er mir, daß er in Halle Jura studirt, und da zugleich deutsch gelernt habe. Die Juden jedoch erzählten mir, daß er ein deutscher Jude sei, der zum Muhamedanismus übergetreten und sich immer noch sehr freundlich gegen seine Brüder zeige." Als Herr Goldberg zu seinem Führer und einem andern Juden von Christo, besonders von seiner Auferstehung sprach, antworteten diese: „Er ist nicht auferstanden, sondern seine Jünger haben ihn gestohlen." Also noch die alte Fabel, die man bei der Auferstehung des Herrn erdichtete. Am Nachmittage ging Herr Goldberg in die Bazars, und hatte in einem Laden Gelegenheit, mehreren Juden Christum, den Gekreuzigten, als den alleinigen Heiland der Menschheit zu predigen. „Unter meinen Zuhörern," erzählt er, „bemerkte ich einen jungen Türken, welcher heftig widersprach. Ich fragte ihn daher: Geben denn die Muhamedaner nicht zu, daß Christus von dem heiligen Geiste empfangen ist? Seine Antwort war: Ich bin ein Jude, der Muhamedaner geworden ist." Er wollte nun noch einige Geschichtchen über die Geburt des Herrn erzählen, aber Herr Goldberg sagte ihm kurz, daß er nur dem glaube, was die Evangelien davon erzählen. In Philippolis, seinem nächsten Aufenthaltsorte, wurde Herr Goldberg wieder von dem Pascha verhindert, die heilige Schrift zu verkaufen. Er schreibt darüber: Den 1. November. — Ehe ich hier irgend etwas thun konnte, wurde ich' vor den Pascha gefordert. Sr. Ercellenz schien sehr ungehalten zu sein und fragte barsch, was für ein Unterthan ich sei, und woher ich käme. Nachdem ich ihm Auskunft darüber gegeben hatte, brachte er die Bücher-Angelegenheit vor. Man sagte mir, daß sowohl von dem Pascha in Sophia, als auch von dem Mudir in Bazarjik Briefe angelangt seien, welche vor meinen Büchern, als dem öffentlichen Frieden gefährdend, warnen. Der Pascha erzählte auch, daß einige Schriften, welche vom Papste nach der Türkei