Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 6 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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89 rerid sie als Lehrlinge bei jenen Meistern ihr Handwerk erlernen, wo sie dann entweder-als Gesellen fort arbeiten, oder auch, wo möglich, ein eigenes Geschäft anfangen können. Nur ein Gewerbe haben wir in das Haus selbst eingeführt, wo es auf Rechnung der Anstalt von einem treuen, frommen und geschickten deutschen Meister betrieben wird, nämlich die feine Drechslerei, um aus Olivenholz vom Oelberge Gegenstände zu verfertigen,''die als Andenken einen reißenden Absatz finden bei Reisenden und Besuchenden, auch durch Bestellungen von England und andern Orten aus. Seit dem Anfang der Mission war es der Wunsch gewesen, und auch schon mehrere Versuche sind gemacht worden, eine Schule für Judenkinder zu errichten. So lange wir aber keinen eigenen Anknüpfungspunkthatten, wollte es immer nicht gelingen. Jetzt aber hatte sich ein solcher aus den Kindern der Misstonögemeinde, zunächst von Proselyten, dann auch von einheimischen christlichen Eltern gebildet, an die sich dann auch allmälig Judenkinder anschloffen, zuerst verwaiste, darauf auch von noch lebenden jüdischen Ektem, so daß vor mehr als einem Jahre eine Mädchenschule von etlichen und dreißig Kindern bestand , deren etwa 12 im Hause beköstiget und verpflegt wurden. Letzteres hörte im Sommer des Jahres 1851 wieder auf durch Verlust der damaligen Lehrerin; und es sind jetzt nur etwa 15 bis 20 Mädchen , die den Tag über unterrichtet werden mit Hülfe einer zu Jerusalem angesiedelten Engländerin, deren Hauptzweck aber ist, auf erwachsene Jüdinnen durch Unterricht jm Nähen ic. einzuwirken. Indessen hat sich seitdem die Schule für Knaben so gestaltet, daß jetzt gegen 15 beköstiget und noch 30 unterrichtet werden in englischer und arabischer Sprache, auch einige von deutschen Eltern in der deutschen Sprache. Bei seinem gegenwärtigen Besuch in Europa wird Bischof Gobat hoffentlich auch eine paffende Lehrerin finden, und so der weibliche Theil der Schule wieder hergestellt werden können. So weit nun dieser Umriß der Geschichte der Mission unter den Juden zu Jerusalem, aus der alles Uebrige entweder erwachsen ist, oder an die es sich angeschlossen hat.