Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 4-5 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Juden kamen, andere gingen. Gegen Abend kamen drei Knaben, an die ich auch einige Worte der Friedensbotschaft richtete, indem ich ihnen sagte, daß Jesus der Christ ist, der sich für uns am Kreuze geopfert hat. Sie waren sehr aufmerksam und fragten: „Haben wir dann keinen Messias?" Ihr habet einen, erwiderte ich, wenn ihr an den Herrn Jesum glaubt, er will eben so euer Messias sein, wie er der unsrige ist. „Haben wir dann keinen andern Messias mehr zu erwarten?" wiederholte ein armer Knabe tief bewegt. Ich sagte ihm, daß Christus selbst erklärt, daß er gesandt sei zu den verlornen Schafen des Hauses Israels. Ihr verwerft ihn zwar, aber seine Arme stehen offen, jeden aufzunehmen, der seine Sünden wahrhaft bereut und an ihn glaubt. Am folgenden Tage wurde Herr Goldberg wieder von viel Juden besucht, auch Bulgarier kamen zu ihm nach Neuen Testamenten; daher war denn seine kleine Stube öfter zum Erdrücken voll. Am 17. verließ er Ghiustendil und nahm seinen Weg nach Sophia. Da die Straße dahin wegen Räuberbanden sehr unsicher ist, so mußte er einen Umweg machen und gelangte erst am 18. früh in Sophia an. Hier fand er vieles verändert; andere Obrigkeiten und bei den Juden einen andern Rabbiner. Wie es ihm nun dort ergangen ist, wollen wir ihn selbst erzählen lassen. Er schreibt: Oktober 19. — Indem ich mir ins Gedächtniß zurückries, was sich während meines letzten Besuchs am hiesigen Orte ereignete, und welchen Einfluß der Rabbi hat, so entschloß ich mich, ihn zu besuchen und für uns zu gewinnen, ehe noch irgend eine ungünstige Nachricht über uns zu seinen Ohren gelange. Der Knabe jedoch, den ich zu meinem Führer angenommen hatte, brachte mich aus Versehen zu dem Gevir, wo ich über 40 Juden beisammen fand. Ich wurde sehr freundlich ausgenommen, und Erquickungen wurden mir gereicht. Dann fragten sie mich, ob ich ein Jude sei, da es hier etwas Ungewöhnliches ist, daß ihnen ein Nicht-Jude irgendwie Freundlichkeit zeigt. Ich sagte ihnen, daß ich in dem Sinne, wie sie es meinten, kein Jude sei, aber dessenungeachtet ihr Wohl suche. Diese Antwort schien ihnen die Herzen zu öffnen, und sie fragten nun begierig, in welcher Weise? Darauf erwiderte ich, damit daß ich ihnen das Wort