Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1852-01-01 · 4-5 (1852) · page 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
4-5 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554635-2554639--01645-2557490
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

73 Geschäft nicht verlassen konnten , und blieben bisweilen bis nach zwölf Uhr bei mir. Wenn sie nicht kommen konnten, schrieben sie an mich, und in dieser Weise haben wir, wie ich hoffe, einen nützlichen Briefwechsel geführt. Sie kamen zu einer vollen Ueberzeugung von der Wahrheit des Christenthums, und theilten nun ihren Eltern mit, daß ste wünschten und beschlossen hätten, Christ zu werden. Anfangs glaubten die Eltern, daß es nicht ihr Ernst sei; als ste aber sahen, daß es in der That ihr Ernst sei, ließen ste kein Mittel unversucht, sie von ihrem Entschlüsse abzubringen, aber ohne Erfolg. Eines Tages kam eine jüdische Dame zu mir, und nach einer kurzen Unterhaltung ergab es sich, daß sie die Mutter eines meiner jungen Freunde sei, und daß sie kam, mich zu bitten, ich möchte meinen Einfluß auf ihren Sohn dazuanwenden, um ihn vom Übertritte zum Christenthume abzuhalten. Sie sagte: „Ich fühle die ganze Mutterliebe zu meinem Sohne, aber ich möchte ihn lieber sterben und freudiger ins Grab legen sehen, als daß er Christ werde und seine Familie entehre." Ich sprach lange mit ihr, und zeigte ihr, was Christenthum ist, und sie verließ mich beruhigt, wie ich glaube. Die Eltern haben jedoch ihr Betragen gegen ihre Söhne nicht geändert. Wenn sie nur immer ste christliche Bücher lesen sehen, nehmen ste ihnen dieselben weg und werfen sie ins Feuer, und machen ihre Kindet so unglücklich als möglich. Unter diesen traurigen Verhältnissen schrieben sie vor einigen Tagen an mich und theilten mir mit, daß ihre Lage unerträglich geworden sei. Vor einigen Tagen hatte ich eine Zusammenkunft mit ihnen, wo sie mir sagten, daß ste sich entschlossen hätten, England zu verlassen, und nach irgend einem andern Lande zu gehen, wo sie ihrer Ueberzeugung folgen könnten; ein Schritt, den ich sehr beklage. Sie sagen jedoch, daß das Herz ihrer Eltem brechen würde, wenn sie in England getauft würden. Am Sonntage, den 4, Januar, wurde Herr Bravo mit seiner Frau von dem Herrn Prediger Cartwright getauft. Es ist dies eine angesehene portugiesische Familie, die-ich längere Zeit unterrichtet habe, und die mir und denen, welche sie kennen, Beweise der Aufrichtigkeit gegeben haben. Mögen sie fortfahren, würdiglich zu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.