Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 4-5 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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69 antreibt so zu handeln, wie wir thun, allein der Wunsch sein könne, nur die Wahrheit zu verbreiten und zu bekennen. Sie können nicht glauben, und scheinen auch zu meinen, gar keinen Grund für sich dazu zu haben, daß ihr Lehrsystem falsch sei, und daher sind sie auch nicht im Stande, uns zu begreifen, sondern es muß ihrem Verstände erst klar gemacht werden, wenn sie uns versichern hören, daß, wenn wir alle andern Partheien um uns herum verwerfen, seien es Türken, oder Juden, oder Griechen, oder Papisten, oder Armenier, wir uns allein an das wahre geschriebene Wort Gottes halten, und daß der Streit zwischen uns und ihnen allein dadurch verursacht worden ist, daß sie eine Fahne verlassen haben, der wir alle Gehorsam schuldig sind. Aber wo die Unwissenheit so groß, die Vorurtheile so fest, die Gewohnheit so tief gewurzelt, wo Gleichgültigkeit so vorherrschend, Fanatismus und Menschenfurcht so allgemein sind, und wo eine völlige Unterwerfung unter die Weisen und ihre Aussprüche einen so großen Halt in den Herzen der Menschen hat, wie dies hier der Fall ist, da kann sie nichts, als die größte Anstrengung, die hinreichend ist, sie von all diesen gegnerischen Einflüssen zu befreien, und sie dahin zu führen, daß sie Argwohn, Verachtung und selbst großen Verlust ertragen können, dahin bringenunsere Grundsätze zu durchforschen und zu verstehen. Und selbst wenn sie einen Anfang darin machen, wird viel Zeit und mühsames Forschen erforderlich sein, ehe sie, einer nach dem andern, ihren Jrrthum erkennen und die Wahrheit finden werden, und noch Wenigere werden bereit sein, Alles zu verlassen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und der erkannten Wahrheit nachzufolgen. Dies glaubte ich darum sagen zu müssen, weil ich oft gefunden habe, daß die Christen entweder scheinbar unfähig sind, sich dies Alles zu vergegenwärtigen, oder die Dinge, wie sie stehen, gar nicht kennen, oder auch Alles wieder vergessen, und darum sich verleiten lassen, eine moralische Unmöglichkeit zu erwarten, und indem sie das thun, dann nothwendiger Weise entmuthigt werden, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Das Werk kann nur langsam fortschreiten, aber ich bin überzeugt, daß es ein eben so sicheres ist, und wir brauchen darüber nicht mehr entmuthigt zu sein, als es der