Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 4-5 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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70 Ackermann ist, wenn er ficht, wie langsam die Saat wächst, da er wohl weiß, daß nach dem ordentlichen Lauf der Natur zwischen Saat und Ernte Monate vergehen müssen. Auch spreche ich nicht darüber, als über einen Gegenstand der Wissenschaft oder des Interesses, sondern als über eine Sache, welche für omfcrc Freunde in England von praktischer Wichtigkeit ist, da, wie ich fürchte, viele von ihnen entmuthigt sind, und das Herz ihrer Brüder zaghaft machen, weil sie voreilig nach einer außerordentlichen Ausgießung und Wirkung des Geistes Gottes auf diesen unftuchtbaren Boden sehen, obschon sie wissen, daß sich keine entsprechende außerordentliche Kundgebung seiner Macht in ihrem Vaterlande, oder ihrer Kirche oder ihrem eigenen Herzen gezeigt hat. Ich würde mich freuen, wenn dies die Kirche zu außerordentlicher Anstrengung und zu außerordentlichem Gebete anregen sollte, weil wir dann auch hier nach außerordentlichen Erfolgen sehen könnten, aber bevor nicht in'der Kirche etwas Außerordentliches vorgeht, dürfen wir auch hier nicht mehr erwarten. Obschoti eö die allmächtige Gnade Gottes thun kann, wenn es ihm gefällt, so dürfen wir doch nicht mehr erwarten, als daß sich das Evangelium unter den Massen der Unwissenden nach dem gewöhnlichen Lause der Vorsehung allmälig seinen Weg bahnen wird, damit es in den kommenden Geschlechtern Früchte trage. Inzwischen wird das Gebet und die Arbeit des Glaubens nicht fehlen, die Auserwählten Gottes, „die Uebrigen nach der Wahl der Gnade" zu sammeln, und so dem Kommen der herrlichen Zeit den Weg bereiten, wenn das Volk Gottes aus lauter Gerechten bestehen und ganz Israel selig werden wird. Die scheinbare Erstorbenheit und die Gleichgültigkeit der spanischjüdischen Bevölkerung hat Veranlassung zu diesen Bemerkungen gegeben; dessenungeachtet beginnt, wie ich hoffe, sich ein Geist des Forschenzu zeigen, welcher durch Gottes Gnade zu einem herrlichen Tage führen wird; aber man muß unablässig beten, daß Gott diesen Tag bald herbeiführen wolle, und dann kann das Werk von Jahrhunderten in einem Jahre vollbracht werden. Aber es ist nicht wahrscheinlich, daß Gott dies für seine Kirche thun wird, bis er sie damach ringen steht; und so mögen bei ihrer Gleichgültigkeit seine