Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 4-5 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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unter toett Sephardim, oder spanischen Juden thätig sein, während die Missionare der schottischen-Gesellschaft wie bisher ihr Augenmerk besonders auf die Aschkenasim oder polnisch-deutschen Juden richten werden^ Für jene, die spanischen Juden, welche im türkischen Reiche bei weitem die Mehrzahl sind, ist verhältnißmäßig bisher nur wenig gethan worden, und es bleibt daher für Misstonare, welche sich besonders eignen unter dieser Klaffe von Juden zu wirken, ein großes Arbeitsfeld. Es ist aber die Wirksamkeit unter ihnen mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden; die meisten dieser Juden haben von der hebräischen Sprache gar keine Kenntniß, und sind daher nur zugänglich vermittelst des jüdisch-spanischen Dialekts. Die englische Gesellschaft hat auch schon viel dafür gethan, die Arbeit zu erleichtern, indem sie die heilige Schrift, so wie andere Schriften in diesem Dialekte hat drucken lassen; jedoch bleibt auch hierin immer noch viel zu thün übrig. Um jedoch unfern Lesern einen Ueberblick zu geben, sowohl über den Zustand der dortigen Juden, als auch über die Schwierigkeiten, mit welchen die Missionare zu kämpfen haben, lassen wir den Missionar, Herrn Prediger Lord reden. Er schreibt unterm 31. December vorigen Jahres: Ich habe mit den hiesigen Juden ziemlich viel Umgang gehabt. Einige habe ich sehr bigott und mißtrauisch geftmden, andere offner und bereitwilliger, sich in ein Gespräch einzulassen; aber was die spanischen Juden betrifft, so ist dieser Boden ein ganz neues Feld. Diese Juden haben, wie es scheint, von dem Protestantismus keinen andern Begriff, als den, daß er irgend eine pestilenzialische Lehre sei, welche eben erst in der Welt zum Vorschein gekommen, und für welche wir Rekruten werben. Andere, welche sie auch als eine Idee oder als ein neues System ansehen, betrachten sie fast in derselben Weisewie man irgend einen Marktartikel bettachtet, den dieEigenthümer Jedermann als eine gangbare Sache aufzudrängen suchen, gleichviel, ob sie ihrer Aufmerksamkeit werth ist oder nicht. Welchen Anspruch das Christenthum macht-darüber scheint sich die Menge wenig zu bekümmern; ob es nur ein vorübergehender Betrug sei, oder ob es in der That Verdienste hat, das wissen sie nicht, und nur Wenige, -wenn irgend Einer, haben eine Ahnung davon, daß das, was uns