Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 4-5 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Man sollte meinen, daraus schließen zu dürfen, daß die Juden dann auch um so eher zum Christenthume übertreten würden, und ohne Zweifel würde dies auch geschehen, wenn nicht die Namen« christen selbst das größte Hinderniß für sie zu diesem Schritte wären. Es ist für einen wahren Christen unmöglich, ohne den tiefsten Schmerz das zu lesen, was Herr Markheim darüber sagt. Er schreibt also: Welch ein trauriger Gedanke, daß, obschon das Christenthum allerdings hier bekannt wird, doch dessen Bekenner durch die Entstellung der Reinheit, Einfachheit und Erhabenheit des Evangeliums von Christo, und mit ihrem Beispiele während der verhältnißmäßigen kurzen Zeit, die sie hier sind, ein größerer Stein des Anstoßes für den Juden gewesen sind, als die Nachfolger des falschen Propheten seit vielen Jahrhunderten, insofern als sie den Juden unempfindlich und sorgloser seine eigene Religion gemacht haben. Das sind Thatsachen, die man beklagen muß; denn es ist eine schwere Aufgabe, mit einem gleichgültigen und ungläubigen Juden zu streiten. Ich will Jesum Christum viel lieber einem unbekehrten Saulus, als einem lauwarmen Agrippa predigen. Diejenigen Juden, welche das rabbinische Joch abgeschüttelt haben und einigermaßen in die Gewohnheiten und Gebräuche ihrer christlichen Brüder eingeweiht sind, bekennen, daß mit dem Gedanken, ihre Religion zu ändern, wie'sie es nennen, eine Erniedrigung verbunden ist. „Bon meiner Nation werde ich verstoßen, und von den Christen verachtet werden, wenn ich zum Christenthume übertrete," sagte ein junger Jude zu mir, welcher ein Amt bekleidet. Ich fühlte schmerzlich die Wahrheit seiner Bemerkung, und daher bemühte ich mich, ihm ernstlich zu Gemüthe zu führen, daß jemehk wir um der Gerechtigkeit willen leiden, desto größer unser Lohn sein wird, und daß kein wahrer Christ einen gläubigen Nachfolger Jesu Christi verachten würde. „Ich wünschte, ich wäre in England," sagte er mir, „denn die Engländer achten die Juden mehr, als irgend ein anderes Volk, obschon sie ihnen nicht so viel Vorrechte gewähren, wie die Franzosen. Ich bin überzeugt, daß wenn Baron Rothschild und Herr Salomons morgen Christ würden, sie sofort ins Parlament