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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 4-5 (1852) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
4-5 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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SS denen Inschrift, so muß die Höhe, in welcher sich die letzte Zeile befindet, wenigstens 60 Fuß betragen; sie ist aber ohne Zweifel viel bedeutender, da der Raum zwischen den Zeilen nicht mitgerechnet ist. Um sich jedoch von der Bedeutung und Wichtigkeit dieser Inschriften einen richtigen Begriff zu machen, muß man die Beschaffenheit der Lokalität, wo sie gefunden werden, wohl in Betracht ziehen. Es ist die Wüste Sinai, eine Wüste, die durchaus unftuchtbar ist, und weder Menschen noch Vieh die nothdürftigsten Nahrungsmittel gewählt. Nur zur Regenzeit ist in den Thälern eine kurze Vegetation; aber selbst der wandernde Beduine muß seine einfache und geringe Kost mit sich führen, wenn er zu dieser Zeit die Wüste durchzieht, um für seine Kameele und Schaafe Weide zu suchen. Was aber diese Wüste m unseren Tagen ist, das ist sie seit der Sündfluth, ja vielleicht von den Tagen der Schöpfung an gewesen, und wird es bleiben bis ans Ende der Welt. Und doch ist es einleuchtend, daß, um die zahlreichen und geheimnißpollen Inschriften anzufertigen, Werkzeuge nöthig gewesen sind, die nur bei einer ansässigen Bevölkerung vorhanden stnd^ wie Leitern, Plattformen, Stricke und Körbe. Überdies zeigt die ganze Beschaffenheit der Inschriften klar-, daß sie das Werk eines einzelnen Geschlechts und Zeitalters sind. Die älteste Nachricht, die wir darüber haben, ist von einem alerandrinischen Kaufmann, Namens Cosmas, welcher im Jahre 522 auf einer Reise nach Ostindien die Wüste besuchte, und Kunde von dem Vorhandensein dieser Inschriften zurück gelassen hat. Er reiste in Gesellschaft einiger Juden, welche Vorgaben, die Inschriften zu verstehen, und welche sie als das Werk ihrer Voreltern auf ihrem Zuge aus Egypten durch die Wüste bezeichneten. Das Werk Cosmas blieb jedoch bis zum Jahre 1707 unbekannt, wo es dann aber mit einer lateinischen Uebersetzung veröffentlicht wurde. In neuerer Zeit nun hat man diesem wichtigen Gegenstände größere Aufmerksamkeit geschenkt. Nachdem Dr. Richard Pococke — er starb 1765 als Bischof von Meath — die Wüste besucht und seine Nachrichten über „das beschriebene Thal" veröffentlicht hatte, gab man sich zu verschiedenen Zeiten die größte Mühe, die Inschriften näher zu erforschen, aber fast ohne allen Erfolg. Kaum gelang es

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