Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 2-3 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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44 es, daß wir viel zu predigen haben ohne irgend einen sichtbaren Beweis der Kraft und Wirksamkeit davon, daß wir eine große Menge Forscher haben, aber keine aufrichtigen Herzensbekehrungen. Wir haben jedoch den ermunternden Trost, daß die Erkenntniß des Evangeliums verbreitet und dessen Einfluß auch in ziemlicher Ausdehnung gefühlt wird. Die Ehachamim (Rabbinen) und ihre Anhänger sind sich dessen wohl bewußt und spannen daher den Bogen nur um so fester, um die Religion zu unterdrücken , von der sie beinahe überzeugt . sind, daß sie doch endlich siegen wird. v; Diesen Mittheilungen vom Herrn Prediger Stern fügen wir «scheine andere bei von seinem Mitarbeiter, dem Missionar Brühl. Dieser giebt-uns folgende Nachricht über den Zustand der Juden und die Mssionsthätigkeit unter ihnen in Bagdad. Die Juden sind gegenwärtig m einem Zustande großer Aufregung wegen ihres Oberrabbi. Bei einer früheren Gelegenheit theilte ich schon mit, daß sie in zwei Partheien getheilt seien, die eine mit dem Oberrabbi, die andere mit dem sogenannten Nafi (Fürst der Gefangenschaft) an der Spitze. Der letztere hat nun von Constantinopel nicht nur seine Absetzung erlangt, sondern hat auch noch vor seiner Verbannung die Regierung vermocht, ihn ins Gefängniß zu werfen. Um diese willkürliche That der Grausamkeit zu beschönigen, haben seine Feinde ausgesprengt, daß er beabsichtige, Christ zu werden. Ihr Betragen sowohl wie das seinige zeigten, daß dies Gerücht einigen Mund hat, und ich hoffe und bete, das es sich als wahr bewähren möge. Welche Folgen ein solcher Schritt haben könnte, vermag Niemand vorher zu sehen; aber aus der Aeußerung verschiedener Juden zu schließen, mit denen ich über diesen Gegenstand gesprochen habe, bin ich geneigt zu glauben, daß er sich als sehr wohlthätig beweisen würde. Während des letzten Monats haben wir nur wenige und geringe ermuthigende Erfahrungen gemacht, und außerdem noch das äußerst ungesunde Klima. Missionsreisen zu machen ist bei dem gegenwärtigen Zustande der Wege schlechthin unmöglich, so daß, wenn wir nicht das Bewußtsein hätten, wir betreiben eine gute Sache, und die Verheißung des Herrn, bei uns zu sein allezeit, wir mitihm im