Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 2-3 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Doch wir lassen sie selbst reden. Herr Prediger Stern schreibt unterm 15. Oktober vorigen JahreS: i In meinem letzten Briese theilte ich mit, daß die Cholera, die schreckliche und nichts schonende Krankheit, wieder in Bagdad aufgetreten sei. Ich habe nun die traurige Pflicht, Sie in meinen eigenen kleinen Familienkreis einzufihren, welcher, obschon gnädiglich am Leben erhalten, doch nicht unverletzt dieser schauerlichen und strengen Heimsuchung entging. In der Nacht des 19. vorigen Monats wurde meineFrau plötzlich von den schlimmsten Symptomen dieser gefährlichen Seuche befallen, vr. Hyslop, Arzt bei der hiestgen Restdentschaft erschien, sogleich. Er verordnete sogleich die nöthigen Mittel, um der Krankheit Einhalt zu thun, aber sie bewiesen sich alle stuchtlos; die Zeichm der herannahenden Auflösung ließen sich nicht beseitigen. Werder, welcher verwundet, weiß auch zu heilen, denn als es mit der menschlichen Kunst aus war, half Gott mit seiner Gnade. Am 21. Morgens vier Uhr brachten wir sie aus der tödtlichen und ansteckenden Lust der Stadt. Der Resident war so gütig, Uns sein Boot bis nach Gerarah zu geben, und von da brachten wir sie in einem einheimischen Fahrzeuge nach Ctestphon, dem Orte, wo die Engländer ihr Lager aufgeschlagen hatten. Zehn Tage hindurchhatte sie solche Schmerzen und Angst, daß sie irre redete. Während dieses furchtbaren Kampfes mit Tod und Leben, erfuhr ich all die Leiden und Drangsale, denen der Missionar unter einem fremden Klima, und unter einem fremden und gefühllosen Volke ausgesetzt ist. Keine Seele wollte sich meinem Zelte nahen; selbst mein Bedienter, von Furcht überwältigt, verweigerte mir den Beistand, den ich mit Recht fordern konnte, und die reichlichsten Anerbietungen vermochten die ärmste Christin nicht zu bewegen,,dem Bette zu nahen , auf welchem das leidende Opfer > der Cholera lag. Am 2. dieses Monats hatte das Fieber, das durch die Hitze, Ruhelosigkeit und furchtbare Erschöpfung sich vermehrt hatte, nach und nach so weit nachgelassen, daß sie wieder aufsitzen konnte. Aber das zermalmende Gewicht der Furcht und Angst, das auf mir ruhte; beraubte mich aller Kraft, und als meine theure Frau durch die wunderbare Güte Mseres himmlischen Vaters wieder in der Genesung war, war