Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 2-3 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554635-2554638--01608-2557452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sie wird jetzt von 38 Kindern, meistens Knaben, besucht. Als die Mönche nach diesen Vorgängen bemerkten, daß die Leute in allen Dingen meinen Agenten um Rath fragten , und geneigt waren,, denselben zu befolgen, so wirkten ste nun mit den größten Anstrengungen auf ihn ein; Schmeichelei, direkte und indirekte Versprechungen, Alles wurde angewandt, um ihn in ihre Netze zu ziehen. Aber in diesem Allen hat er sich benommen, als ob er mit göttlicher Weisheit erfüllt sei. Ich fürchtete nicht sehr die Verwirklichung ihrer Drohungen gegen ihn, obschon er von allen seinen Freunden dringend gebeten wurde, sich vor Vergiftung zu hüten; aber ich fürchtete ihre Versprechungen. Zuerst boten ihm die Mönche eine Summe Geldes an, wenn er seinen Einfluß verwenden wolle, um zu verhindern , daß die Kinder meine Schule besuchten. Später boten sie ihm ein jährliches Gehalt von 80 Pfund (über 530 Thlr.), wenn er meine Schule aufgeben und an ihrer Schule dasselbe Interesse nehmen wolle, das er bisher an 8er meinigen genommen habe. Hierauf erwiederte er ihnen, daß er des Geldes nicht bedürfe, aber bereit sei , für ihre Schule Alles zu thun, was in seinen Kräften stehe, vorausgesetzt, daß sie schristgemäß geleitet werde, und daß, da er noch ein Glied der Kirche des heiligen Chrysoftomus sei, er auch im Allgemeinen bereit sei, sie in allen Dingen, welche, mit dem Worte Gottes im Einklänge stehen, mit ganzer Kraft zu unterstützen; was aber ihre Ueberlieferung und all die andern Dinge beträfe, welche dem Worte Gottes entgegen sind, so würde er ihnen stets eben so mit ganzer Kraft entgegen treten. Als endlich die Mönche sahen, daß in Nablus sie nichts bei ihm ausrichten würden, so luden sie ihn ein, nach Jerusalem zu kommen. Er that es, und während eines ganzen Monats ließen sie keine Jntrigue unversucht, um ihn zu fangen. Endlich wurde er nach dem Kloster citirt, und in Gegenwart der Bischöfe und Mönche wurde ihm ein Papier von dem Haupt-Secretär des Pascha, den sie bestochen hatten, in die Hand gegeben, mit dem Ersuchen, daß er dasselbe als das einzige Mittel, ihr Mißfallen zu vermeiden, unterschreiben möge. Als er dasselbe gelesen, blickte er die Oberhäupter des Klosters feierlich an und sagte : „Ist das Eure Religion? und Ihr meint, daß ich für Geld Euer Judas sein werde?" Es erfolgte ein Schweigen; er steckte das Papier