Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 2-3 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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36 i<i Was Nablus (Sichern) betrifft, so würde es Bände erfordern, um -einerseits all die Jntriguen, Bestechungen, wiederholte Versprechungen und Drohungen zu erzählen, welche die Bischöfe und Mönche des hiesigen griechischen Klosters angewandt haben, um das gute Werk-, das in Nablus, seinen Fortgang hat, wo möglich aufzuhalten und zu zerstören; und andererseits die Schlichtheit, den guten Sinn und die überlegene Weisheit darzuthun, womit es den evangelischen Christen gegeben war, ihren Platz zu behaupten und alle Ränke und Anstrengungen ihrer Gegner zu vereiteln. Das Kloster begann damit, einen schlauen und gewandten Diakon nach Nablus zu senden, mit Geschenken für die einflußreichsten Personen des Ortes, um eine Schule zu eröffnen, in der verschiedene neuere Sprachen gelehrt werden sollten, und die überhaupt meine Schule übertreffen sollte. Als alle Väter aufgefordert wurden, ihre Kinder in diese Schule zu schickett, mit dem Versprechen, daß das Kloster den Tribut an die Regiemng für sie bezahlen wolle, schickten ungefähr zwanzig derselben einen Brtef an mich, worin sie mich um Rath ftagten, was sie thun sollten. Da ich mich immer bemüht habe, ihre Gefühle gegen ihre kirchlichen Oberen zu mildem, zu denen sie kein Vertrauen haben, so erwiederte ich ihnen, daß ich ihnen nur rathen könnte, vorausgesetzt, daß sie das Wort Gottes in allen Dingen zur Richtschnur nehmen, keine Bestechungen anzunehmen, aber mit dem Diakon im guten Einvernehmen zu bleiben und ihre Kinder zu ihm in die Schule zu schicken, wenn sie meinten, daß dies zu ihrem Wohle gereiche. Einige von ihnen thaten dies, so daß in meiner Schule nur noch SV Kinder waren. Nach vierzehn Tagen oder drei Wochen fühlten sie sich jedoch beunruhigt, und gingen, nachdem sie sich berathen hatten, in Gemeinschaft zum Diakon, um ihn zu bitten, ihren Kindern die BibU zu lehren. „Wir lesen und lehren die Psalmen," sagte der Diakon, „und das ist genug." „Für uns ist es nicht genug," erwieder- 'ten die Leute, „wir halten es für nöthig, daß unsem Kindern die ganze Bibel gelehrt werde." Und als ihnen der Diakon nun sagte, er würde die Bibel nicht in seine Schule einsühren, so nahmen sie ihre Kinder aveg und brachten sie wieder in meine Schule, wo sie, Gott sei Dank, anhaltend gute Fortschritte in der Erkenntniß der Schrift machen.