Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 1 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 lichsten zeigt sich dieser Umschwung darin, daß die Juden jetzt gern das neue Testament annehmen und lesen, da sie sonst'sich-zu verunreinigen glaubten, wenn sie dasselbe auch nur in die Hand nahmen. Wer aber wollte hierin nicht auch den lauten und ernsten Ruf erkennen und vernehmen: Kommt und helft uns! Und wie wollen wir Christen es einst vor dem Herm, dem Könige Israels, verantworten, wenn wir diese günstige Zeit und Umstände unbenutzt vorübergehen lassen? Odaß ich meine Stimme wie eine Posaune erheben und damit alle Christen erreichen und ihnen ihre Pflicht und Schuld gegen Israel ins Gedächtniß rufen könnte! O daß es mir gegeben wäre, die Zustände Israels mit den rechten Farben und in lebendigen Zügen zu zeichnen, und der Wahrheit gemäß darzustellen! Wie müßte es dann anders werden! Wie würden dann die Herzen für Israels Heil schlagen und für die Mission unter diesem Volke erwärmt werden! Vermögen wir dies nun auch nicht, so werden wir doch nicht aufhören Mittheilungen über die Zustände Israels, so wie über den Fortgang der Mission unter diesem Volke zu machen, so gut wir können, wie dies auch in den früheren Jahrgängen geschehen ist. Es ist dies ja auch der besondere Zweck dieses Blattes. Die Gegenstände, die'darin besprochen und beleuchtet werden Men, sind, wie wir dies gleich beim Beginn des Blattes an dessen Spitze gestellt haben: Die Ansichten des neueren Judenthums von Gesetz und Offenbarung überhaupt, insbesondere vom Sabath, von Opfern, von der Beschneidung, vom Gottesdienste, von der Gesetzeserfüllung, von der Sünde und - Uebertretung, von der Versöhnung und der Gerechtigkeit vor Gott, von den guten Werken, vom Zweck des Gesetzes, von der Prophetie, von der Verheißung, von dem Messias, von seiner Person und seinem Werke ic. Dann die Ansichten der neuern Juden über die Bestimmung der Juden und des Judenthums, Ansichten derselben über Religion und deren geschichtliche Entwickelung, überhaupt die Widersprüche, in welche sich die Juden gegen die Belehrungen der Geschichte stellen, und zwar über die Ursachen der Zerstörung ihres Staates, der Zerstreuung des Volkes, über die Leiden in der Verbannung, ihre Hoffnungen von der Zukunft. Ferner Polemik des neueren Judenthums gegen das Christenthum, gegen die Dreieinigkeit, gegen die Gottheit