Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 1 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Reiches Gottes niemals mehr eine besondere Stelle einnehmen werde, oder gar aufhören müsse, ein besonderes Volk zu sein, wie von vielen behauptet worden ist, und noch behauptet wird. Zu einer solchen Annahme ist auch nicht der geringste Grund vorhanden. Denn man würde dann ebenso gut annehmen können, ja annehmen müssen, daß mit der Bekehrung zum Christenthume jedes Volk aufhöre, ein besonderes Volk zu sein, und nicht allein das, sondern auch, daß der Mann aufhöre Mann, und das Weib, Weib zu sein, so wie auch, daß in der Entwickelung des Reiches Gottes kein Volk und kein einzelner Mensch, einen besonderen Beruf oder eine besondere Bestimmung von Gott empfangen habe. Das aber wird doch Niemandem einsallen zu behaupten. Was der Apostel in solchen und ähnlichen Stellen sagt, ist einfach das, daß es nur einen Weg giebt; auf welchem die Menschen ohne Unterschied, Juden und Heiden, Mann und Weib, zur Kindschaft mit Gott und zur Mitgliedschaft seines Reiches gelangen können, nämlich den Weg des lebendigen Glaubens an Jesum Christum. Wenn nun aber die heidnischen Völker mit der Annahme des Christenthums nicht aufhören besondere Völker zu sein, warum sollte denn das gerade bei dem Volke Israel der Fall sein? Etwa darum, weil es kein eigenes Land, keine eigene Regierung mehr hat, sondern unter alle Völker der Erde zerstreut ist? Das wird doch wohl kein gläubiger Christ behaupten wollen. Denn hätten wir auch kein Wort Gottes dafür, daß das Volk Israel einst wieder, wenn es sich bekehren wird, in das Land seiner Väter zurückkehren, und dasselbe als sein Eigenthum in Besitz nehmen solle, so würden wir doch zugeben müssen, daß es der Herr auch nach seiner Bekehrung noch eben so gut als ein besonderes Volk in seiner Zerstreuung würde erhalten können, wie er es nun so viele Jahrhunderte erhalten hat. Aber nach dem Worte Gottes soll ja das Volk Israel keinesweges fort und fort insseiner Zerstreuung bleiben, sondern es soll das ihm von Gott zum Eigenthum gegebene Land einst wieder in Besitz nehmen. Und das Wort ist so klar und bestimmt,- daß wir in der That nicht begreifen können, wie man eS nur jemals hat anders deuten können. Wir führen hier nur ein paar Stellen an. Im fünften Buch Moses,