Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 1 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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L Bestimmung Israels verkennt, odevmnrichtige Begriffevon der Zeit seiner Bekehrung Hut, oder .die gegenwärtigen Zustände der' Juden gar nicht oder wenigstens nur sehr oberflächlich kennt, oder endlich in allen diesen Dingen voller Vorurtheile und im Jrrthume befangenist. Es gab eine Zeit, wo man fast allgemein annahm, daß mit der Entstehung des Christenthmns und der Verbreitung des ReichesGottes unter den Heiden die besondere Bestimmung des Volkes Israels ihr Ende erreicht. habe. Das Vorrecht, der Träger der Heilsanstalt und des Reiches Gottes zu sein, welches dem Volke Israel in und mit dem gläubigen Abraham übertragen wurde, meinte man, sei mit der Erscheiüung Christi erloschen, ja es sei, da es. seinen König Messias verwarf, gänzlich von ihm genommen und den Heiden übertragen worden. Und wenn man auch nicht leugnen konnte, daß einzelne Juden auch fernerhin noch an diesem Vorrechte Theil hätten, und nach der Verheißung des Apostels Paulus einst sogar die Gesammtheit des jüdischen Volkes daran Theil nehmen werde, so konnte man sich doch in keiner Weise zu der Annahme entschließen, daß in der Entwickelung und Vollendung des Reiches Gottes auf Erden dem Volke Israel noch eine besondere Aufgabe gestellt und aufbewahrt sei. Das aber ist ein Jrrthum, der nun auch von vielen Christen erkannt wird. Man hat angefangen einzusehen, wie zwei ganz verschiedene Dinge mit einander-verwechselt werden. Allerdings ist es richtig, daß das Volk Israel nie wieder der alleinige Träger der Heilsanstalt werden kann, oder daß das Reich Gottes nur auf das eine Volk Israel beschränkt sein werde, wie dies viele Jahrhunderte von Abraham bis auf Christum, der Fall gewesen ist; denn die zu Christo bekehrten heidnischen Völker sind und bleiben Theilnehmer am Reiche Gottes. Durch den Glauben an Jesum, als den Sohn Gottes und Heiland der Welt sind sie ebenso gut Kinder Gottes und Erben des ewigen.Lebens und der Seligkeit, wie die gläubigen Juden. Denn in Christo gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern eine neue Kreatur (Gal. 6,15). Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier , hier-ist kein Mann noch Weib; denn sie find allzumal Einer in Christo Jesu (Gal. 3,28.). Allein hieraus, folgt doch. kemesweges.-dast Israel -in der Entwickelung des 1*