Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 12 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ise jeden andern gottesdienstlichen Gebrauch» ja jede andere Lehre aufgeben, wie wir dies schon in den letzten beiden Nummern nachgewiesen haben. Und dies ist in der That der Standpunkt, auf welchem das Judenthum, oder besser, auf welchem die Juden gegenwärtig stehen. Daher kein Wunder, das die verschiedenartigsten Meinungen unter ihnen austauchen, und die unheilbarsten Spaltungen entstehen, die zur völligen Auflösung der Religion flihren müssen, wenn sie nicht etwa noch durch ein äußeres Gesetz zusammen gehalten wird. Denn sobald man die Offenbarung, das Wort Gottes als die Norm des Glaubens, als den Grund der Religion aufgiebt, und dagegen dem menschlichen Geiste das Recht einräumt, darüber zu entscheiden, was Wahrheit ist und was zur Religion gehört und was nicht, müssen nothwendiger Weise die verschiedenartigsten Meinungm und Ansichten zum Vorschein, kommen, so verschiedenartig als die Geister der Menschen selbst verschieden sind, und unter tausendfachen Einflüssen stehen. Freilich sollte man nach dem Grundsätze, daß Jeder das Recht hat, , für Wahrheit anzunehmen, was ihm gefällt, wenigstens was er als Wahrheit erkennt, auch Niemanden verketzern, sondern Jeden nun auch nach seiner Meinung und Ueberzeugung handeln lassen. Aber da kommt wieder der liebe Egoismus, welcher den Menschen zu dem Glauben verleitet, er allein habe die Wahrheit, und der müsse man in jeder Beziehung Geltung zu verschaffen suchen; daher die Intoleranz und die Verfolgungssucht Andersdenkender. , Was soll und was wird unter solchen Umständen aus dem Judenthume werden? Es muß nothwendiger Weife immer weiter auseinander gehen, und endlich sich in unzählige Sekten auflösen und in sich selbst zerfallen. Thun die gläubigen Christen ihre Pflicht und Schuldigkeit, dann werden viele, mit Gottes Hülfe die meisten, zum Glauben an den Herrn Jesum, als den den Vätern verheißenen und in der Fülle der Zeit erschienenen Messias kommen, die andern aber werden gänzlich dem Unglauben verfallen und ein Ende nehmen mit Schrecken. —