Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 10-11 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Am 5. August besuchten wir einen reichen und sehr angesehenen Juden. Er nahm uns in einer sehr freundlichen Weise auf, und wir hatten Gelegenheit, ihm, seinem Sohne und noch drei oder vier anderen Juden die unerforschlichen Reichthümer Christi zu verkündigen. Er äußerte sich höchst zufrieden über unseren Besuch, und ich hoffe und bete, daß der Herr seinen Segen auf die Worte legen möge, die wir in seinem heiligen Namen gesprochen haben. Ich sah einen Mann, wie ein Beduine gekleidet, in den Bücherladen treten und war sehr überrascht, ihn im Laufe des Gesprächs den hebräischen Titel verschiedener Tractate nennen zu hören. Ich fragte ihn, ob er ein Jude sei und hebräisch spräche, was er bejahte, und dann erzählte er mir, daß er mehrere Monate hindurch von Herrn Stern unterrichtet worden sei. Er ist ein Geschäftsmann und besucht alle umliegenden Städte; zur selben Zeit setzt er eine Menge Neue Testamente und Tractate in Umlauf. Seitdem hat er Herrn Stern um regelmäßigen Unterricht zur Taufe gebeten, und ich habe mit ihm angefangen, täglich einen Abschnitt aus der Schrift zu lesen. Am 12. August erwiederte — unfern Besuch, und blieb beinahe zwei Stunden bei uns im Missionshause; der Hauptgegenstand des Gesprächs war die Zulässigkeit des mündlichen Gesetzes als göttliche Offenbarung. Seine Hauptargumente waren die des Gaon Saadias.gegen die Karaiten, nämlich, daß es eine große Anzahl Gesetze.gäbe, welche einer Erklärung bedürfen. Wir sagten ihm, daß wir eine vernünftige Erklärung der Schrift keinesweges verwerfen, da sie gerade unser Hauptstudium sei, daß wir aber Einspruch thun müßten gegen die ungewissen Zusätze zum Gesetze, die Verdrehung so vieler Stellen, und besonders gegen die Gottlosigkeit, menschliche Ueberlieferung mit göttlicher Autorität zu stempeln. Dann legten wir ihm die Hauptlehren der Versöhnung und der Menschwerdung des Sohnes Gottes vor, und fügten hinzu, daß, wenn die Juden als Gesammtheit einen Mensch gewordenen und gekreuzigten Erlöser annehmen würden, der Herr ihnen auch gnädig sein und sie wieder zu ihrer ftüheren hohen Stellung bringen würde. Er freute sich, zu