Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1851-01-01 · 10-11 (1851) · page 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
10-11 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554626-2554633--01546-2557387
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

diesen Einwand, und fragte ihn dann, ob er wirklich glaube, daß solche kleinlichen Umstände den Glauben irgend eines Christen erschüttern und irgend Jemand verhindern könnten, zum Christenthume überzutreten, der wirklich von dessen Wahrheit überzeugt sei? Er schlug dann vor, mir seine Haupteinwendungen schriftlich zuzusenden, aber ich habe seitdem weder ihn, noch einen schriftlichen Einwand von ihm gesehen. Am 26. Juli kam der Mukthah oder der Polizei-Magistrat des Juden-Viertels von drei angesehenen Juden begleitet. Wir hatten eine lange und interessante Unterhaltung mit ihnen, da sie aber nicht besonders gut hebräisch sprechen konnten, so wurde der Haupttheil des Gesprächs von Herrn Stern geführt. Den 28. Juli besuchten wir — und blieben nahe an zwei Stunden bei ihm. Wir kamen bald auf die wichtige Frage, was muß der Mensch thun, um seine Seele zu retten? Wir legten ihm den ganzen Rathschluß Gottes zu unserer Seligkeit vor, und er wandte nichts dagegen ein, als den Götzendienst der lateinischen und der morgenländischen Kirchen, und das schlechte Leben so vieler, die Christen genannt werden. Als wir ihm sagten, daß wir mit keiner dieser beiden Partheien Gemeinschaft hätten, und ihm dann auseinander setzten, was zu einem wahren Christen gehöre, sagte er, daß dies allerdings ein großer Unterschied sei, der Beachtung verdiene. Am 29. Juli sah ich zwei persische Juden in den Bücherladen treten. Sie waren sehr arm, da sie auf dem Wege alles dessen was sie besaßen, beraubt worden waren. Sie erzählten, daß sie in der Syiragoge zu Teheran zwei christlicheChachamim (Herrn Stern und Sternschuß) gehört hätten, und baten nun um christliche Bücher. Ich gab ihnen zwei Neue Testamente und verschiedene Traktate mit mancherlei Ermahnungen. Am 39. Juli besuchte uns einer von ihnen noch einmal, und wir beide, Herr Stern sowohl als ich, sprachen eine lange Zeit nck ihm; er versprach uns, mit dem andern, seinem Onkel, in das Missionshaus zu kommen, aber wir haben ihn seitdem nicht mehr gesehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.