Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 10-11 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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vieler verhärteten und selbstgerechten Sünder durch die Predigt des heiligen Evangeliums. Aeußerlich ist gegenwärtig für den Umgang des Missionars mit allen Klaffen von Juden kein anderes Hinderniß vorhanden, als die morgenländischen Sitten, welche hier sehr genau beobachtet werden. So sind die reicheren und mächtigeren Juden sehr bereit, unsere Besuche anzunehmen, wenn sie gehörig angezeigt werden, während die ärmeren und abhängigeren den'Missionar nur mit dem größten Widerstreben in ihre Wohnungen lassen, indem sie den Groll und die Rache ihrer Nachbarn und bisweilen ihrer nächsten Verwandten fürchten. So unterließ ein Jude, welcher ein regelmäßiger Besucher des Missionshauses gewesen war, plötzlich seine Besuche, und als wir uns nach der Ursache erkundigten, wurde uns gesagt, daß seine Frau, aus Furcht vor Unruhe von andern Juden, afle seine Kleider verschlossen habe, und sich noch entschieden weigere, sie herauszugeben, indem sie ihren Mann lieber müßig zu Hause sitzen sähe, als ihm zu erlauben, uns zu besuchen. Aber dessenungeachtet habe ich Ursache, dankbar zu sein für die Gelegenheiten, welche ich habe, wenigeren oder mehreren Juden die unerforschlichen Reichthümer des Evangeliums zu verkündigen, worin ich nach meiner geringen Kraft so viel als möglich Fortschritte mache. Im Laufe dieses Monats haben wir, Herr Stern und ich — drei Mal besucht und uns jedes Mal bemüht, ihm nachdrücklich die Nothwendigkeit zu zeigen, alles eigene Verdienst wegzuwerfen, und sich wegen seines Heils allein auf das Opfer zu verlassen, das von Ewigkeit her von Gott dazu ersehen worden ist, nämlich auf das Opfer des Messias, das ist des Herrn Jesu Christi. Obschon mehrere Juden zugegen waren, machte er doch niemals die geringste Einwendung. Er kennt das Neue Testament ziemlich gut und zieht dessen Lehren denen des Talmuds vor; aber fein Herz hat noch nichts von dem Gehorsam des Glaubens gelernt. Möge der Herr ihm das Herz austhun, und ihn dahin führen, daß er erkenne, wie eitel und nichtig alle Ehre ist im Vergleich zu der, ein Kind Gottes und Nachfolger des Lammes zu sein. Von den andern Juden, welche ich sah, muß ich besonders