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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 10-11 (1851) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
10-11 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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160 Jeder will ein Recht, Niemand eine Pflicht haben und es versinkt Alles in die unbegrenzteste Unordnung." Dieser Mittheilung folgt ein Klageartikel aus der Provinz Posen. Zuerst wird erzählt, daß die Evangelischen und Katholiken in Posen für ihre Schulen sorgen, nur die Juden nicht. Dann heißt es: „In Nakel treibt das Gespenst des Parreistrertes sein Wesen auf die fürchterlichste Weise." Es ist ein Streit wegen der Anstellung eines Rabbiners; die eine Parthei will einen orthodoxen, die andere einen modernen. „Der Kämpf," heißt es weiter, „soll ein sehr heftiger und an Entscheidung vor der Hand noch gar nicht zu denken sein." ' Dann wird über Rogasen berichtet; dort sind Partheien entstanden und herrschen Streitigkeiten wegen eines Schächters. Darauf fährt der Berichterstatter fort: „Und wenn wird die Zeit kommen, wo wir Ihnen aus den Gemeiden Israels werden Besseres berichten können?" Die Antwort lautet, ganz im Widerspruch mit Herrn vr. Philippson's Behauptung: „Uns scheint dieselbe noch sehr fern zu liegen. Es sei denn, daß die Regierung sich wieder unserer annimmt und durch strenge Gesetze Ordnung und Regelung bringt in das Chaos, das leider! bei uns schon weit um sich gerissen. Das wäre sehr zu wünschen. — Nach § 15 der Verfassung soll zwar jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten selbstständig ordnen. Wir achten das Prinzip. Praktisch — lehrt eine dreijährige Erfahrung — ist dieser Paragraph — bei uns wenigstens — noch nicht ausführbar. Denn unsere Gemeinden — sich selbst überlassen — werden mit der Regelung ihrer Angelegenheiten jetzt nicht fertig werden. Schlimm genug, daß man's sagen muß. Doch, warum sollte man's verhehlen, wenn's wahr, — leider! sehr wahr ist?" Man sollte meinen, Herr vr. Philippson müsse sich aus solchen Schilderungen eines Anderen belehrt haben; doch dem ist nicht so. In derselben Nr. 40 theilt er uns die Predigt mit, die er bei der Einweihung der neuerbauten Synagoge in Magdeburg gehalten hat. Darin spricht er von dem Bekenntniß Israels und sagt unter Andern: „In grauer Urzeit, als Finsterniß deckte die Erde, ward ein Bekenntniß eingepflanzt unfern Geistern, und wir haben es getragen durch Jahrtausende und nicht gelassen in allen Stürmen der

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