Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 10-11 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Messias aüSgegeben und dadurch Sectirerei unter Israel angestiftet haben. Freilich konnten sich diese Secten nicht lange halten, indem es sich bald zeigte, daß solche Messtase nichts anders waren als Betrüger, aber es hat doch nicht an Sectirerei gefehlt. Wie aber steht es endlich mit der gepriesenen Einigkeit des Judenthums in unsem Tagen, nachdem das eiserne Joch des Talmuds zerbrochen ist? Giebt es da auch noch keine Spaltungen und Secten in demselben? Wir wollen hier nur Drei nennen, und dann die Allgemeine Zeitung des Judenthums des Herrn vr. Philippson selbst reden lassen, woraus sich ergeben wird, daß im Judenthume von Einigkeit gar nicht mehr, sondern nur von Streit und Sectirerei die Rede sein kann. Die drei Partheien aber, die wir namentlich nennen wollen, sind: erstens die sogenannten orthodoxen Talmudisten, zweitens die Reformers, und endlich drittens die Chastdim. Kein Jude wird leugnen können, daß diese drei Partheien bestehen und daß jede den Sieg über die andere zu erringen sucht. Freilich haben sich diese Partheien erst an wenigen Orten von einander getrennt und zu besonderen Secten organisirt, aber der Anfang ist doch schon gemacht, wie in Berlin, Breslau, Hamburg, Frankfurt a. M., London und wohl auch noch an andern Orten, und dem weitern Fortgange kann kein Einhalt mehr gethan werden. Wie unter solchen Umständen Herr vr. Philippson noch von Einheit und Einigkeit des Judenthums reden kann, das können wir nicht begreifen, noch weniger aber, wenn er fast in jeder Nummer seiner Allg. Z. d. Jud. von den beklagenswerthesten Streitigkeiten und den unheilbarsten Spaltungen in den Gemeinden Israels berichtet. Meint er etwa, die Einheit Israels müsse deswegen noch bestehen, weil sich doch alle Partheien noch Juden nennen? Fast sollte man es glauben. Dann aber hat eö auch im Christenthume niemals Secten und Spaltungen gegeben, denn bisher haben sich noch alle Partheien, selbst die Lichtfteunde und Deutschkatholiken, Christen genannt. Doch hören wir, was der Herr vr. Philippson selbst über die Einheit in Israel in seiner Allg. Z. d. Jud. berichtet. In Nr. 21 wird aus Meiningen über die erfteulichen jüdisch-kirchlichen Verhältnisse berichtet, die aber lediglich den Verordnungen der Regierung beigemessen werden.