Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 10-11 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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157 Israel habe stets die Religion der Väter, die Religion Moses |unb der Propheten bewahrt, in Einklang bringen wollen. Endlich müssen wir noch ein Wort über die so viel und oft gepriesene Einheit im Judenthume sagen, die auch Herr Philippson in den beiden fraglichen Artikeln hervorhebt. Er giebt zwar zu, daß auch im Judenthum Secten gewesen sind, aber er beseitigt sie damit, daß er sagt: „Was an Sectirerei in ihr — nämlich der jüdischen Religion — zum Vorschein kam, waren kleine Splitter, die sich ablösten und verflüchteten, und den eigentlichen Körper nur desto intensiver und gedrungener zurückließen." Daß die Spaltungen im Judenthum nicht so groß werden konnten, wie im Chriftenthume, lag in der Natur der Sache. Durch die Verfolgungen, welche das arme Volk seit Jahrhunderten fort und fort zu erdulden hatte, wurde eL dahin gedrängt, sich so eng als möglich aneinander anzuschließen und alle Spaltungen unter sich zu vermeiden. Dann hatten auch die Rabbiner stets solche Macht, daß es Niemand wagen durste, abweichende Lehren vorzutragen , wer es wagte, der wurde mit dem Bann belegt und entweder zum Widerruf, oder zum Austritt aus dem Judenthume und zum Uebertritt zum Chriftenthume gezwungen; neue Secten zu stiften war den Juden gar nicht erlaubt. Endlich lag es auch in der Vorsehung Gottes, daß das Volk sich nicht zersplittern sollte; es sollte ja auch in seiner Abtrünnigkeit Gottes Zeuge sein, und soll auch nach der Verheißung sich wieder zu Gott bekehren und zu seinem Volke von ihm wieder angenommen werden. Dessenungeachtet hat es auch im Judenthume nie an Spaltungen, Partheiungen und Kämpfen gefehlt; besteht ja der ganze Talmud fast aus Streitigkeiten. Aber abgesehen davon, finden wir zunächst die zwei großen Partheien der Portugiesischen und Deutschen Juden, die, wenn sie auch in ihren Glaubenslehren nicht wesentlich von einander abweichen, sich doch in ihrem Gottesdienste völlig von einander getrennt haben. Dann besteht, so alt der Talmud ist, die Secte der Karäer, die sich wesentlich von den Talmudisten dadurch unterscheidet, daß sie nur die heilige Schrift annimmt und anerkennt, aber jede Ueberlieferung verwirft. Ferner hat es fast in keinem Jahrhundert an Juden gefehlt, die sich für den