Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1851-01-01 · 10-11 (1851) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
10-11 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554626-2554633--01526-2557367
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

154 wiederum dem Geschmack der Zeit, dem geläuterten und gebildeten Geiste, der Kritik unterwerfen! und doch kann, wie uns in Nr. Kl, Seite 244 der Allgm. Z. d. Judenth. wiederum erzählt wird, die jüdische Schule und Synagoge nur da am Besten gedeihen, wo der Staat Beide unter seine Obhut nimmt und fie leitet! Wir ftagen, ob sich im ganzen Judenthume eine größere „Abgeschmacktheit" findet, als diese. Die jüdische Religion soll immer dieselbe geblieben sein, und doch ist fie bis zu „Abgeschmacktheiten und Mißformen herabgesunken!" Sie soll in allen Generationen, „ihre geistbelebende Herrschaft geübt" haben, und dennoch ist fie eine Magd des geistlosesten und geisttödtendsten Formalismus geworden und Jahrhunderte gewesen! Sie soll den Geist beleben, und dennoch ist es wiederum der Geschmack der Zeit und der außerhalb der jüdischen Religion geläuterte und gebildete Geist, was ihr eingehaucht, womit fie belebt und beherrscht werden soll! Wenn das nicht „Abgeschmacktheiten" find, so hat es nie welche in der Welt gegeben. Wir wollen dem wahren Judenthum keinen Abbruch thun und es in keiner Weise herabsetzen, sondern möchten es vielmehr wieder zu seinem Rechte bringen, und wünschen nichts sehnlicher, als daß es recht bald von „den Abgeschmacktheiten und den Mißformen" befreit, aus der Knechtschaft des geistlosen und geisttödtcnden Formalismus erlöst, und in seine frühere Würde wieder eingesetzt werde. Wir geben gern zu, daß das wahre Judenthum stets eine „geistbelebende," und wir fügen hinzu, auch eine Geist, Leib und Seele erquickende Herrschaft ausgeübt hat, ja wir bekennen gern, daß von dem Judenthume eine weltumbildende Macht ausgegangen ist, die Heil über die Menschheit verbreitet hat. Aber von welchem Judenthum? Etwa von dem Judenthum, wie es sich im Talmud ausgeprägt, oder in irgend einer „der großen Phasen, die es jemals durchschritten," ausgebildet hat? Nun die Geschichte sagt es uns ja, daß dem nicht so ist, fie sagt uns aber auch, und weder Herr vr. Philippson, noch irgend Jemand anders, er-sei Jude oder Christ, wird es leugnen, denn es find geschichtliche Thatsachen, die nicht geleugnet werden können, daß diese „geistbelebende" und weltumbildende Macht von dem kleinen Häufleiw Juden ausgegangen ist, und ihre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.