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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 10-11 (1851) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
10-11 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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150 sie nach Herrn vr. Philippson sein soll. Denn der Geist der Zeit ist nichts Andres als Negation, und die Wesenheit der Religion des Zeitgeistes kann nichts Anderes sein, als die Verneinung des Positiven. Freilich werden nun wohl nur wenig Juden dem Herrn vr.Philippson zugestehen, Paß dies ihre, und folglich die jüdische, oder gar die Mosaische Religion sei; aber praktisch hat doch der größere Theil wenigstens der deutschen Juden bereits diesen Weg betreten. Bei den Reformbestrebungen sucht man ja keinesweges blos die später eingeschlichenen Mißbräuche zu entfernen und die Mosaische Religion in ihrer Ursprünglichkeit wieder herzustellen, sondern man tastet diese sogar selbst an, wie dies z. B. bei dem Sabbach der Fall ist, also gerade bei einer Lehre, die wie Jedermann, er sei Jude oder Christ, wird zugestehen müssen, zu den wesentlichsten und hauptsächlichsten Lehren der Jüdischen und Mosaischen Religion gehört. Denn nicht blos, daß die meisten Juden, wenigstens in vielen Städten und Gegenden am Sabbath wie an jedem andern Tage der Woche Handel treiben und ihre Geschäfte besorgen, was vor nicht gar langer Zeit noch für einen gänzlichen Abfall vom väterlichen Glauben gehalten worden wäre, haben die Gelehrten, die Hirten und Wächter Israels diese Handlungsweise sogar fanktionirt, indem sie hin und wieder Sonntagsgottesdienste einzurichten gesucht haben, um dem Volke, das nun einmal wegen der Verhältnisse der Zeit, oder wegen des Geistes der Zeit, den Sabbath nicht mehr halten könne, auf diese Weise einen Ersatz zu gewähren. Das sind Thatsachen, die Jedermann vor Augen liegen, und in keiner Weise geleugnet werden können. Nachdem man diesen Schritt gethan hatte, konnte man nicht stehen bleiben, sondern mußte nothwendiger Weise weiter gehen. Die Frage lag nahe: Wozu noch die Beschneidung, die schmerzhafte Operation für die armen Kinder? Allerdings giebt es bisher nur wenige Juden, welche die Beschneidung an ihren Kindern nicht haben vollziehen lassen, aber es fehlt doch auch nicht an einzelnen Beispielen, und da seit 1848 volle Religionsfreiheit eingetreten ist, so daß jeder Vater in religiöser Hinsicht mit seinen Kindern thun und

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