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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 10-11 (1851) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
10-11 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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149 Wüste, der am Sabbathtage etwas Holz las, gesteinigt werden mußte; (4. Moses 15, 32—36) der Geist der Zeit aber erkennt dies Gesetz als allzu hart, ja er gestattet überhaupt die Feier des Sabbaths nicht mehr, folglich muß das Mosaische Gesetz aufgehoben und abgeschafft werden. Die Mosaische Religion lehrt sehr positiv und bestimmt, daß jeder Knabe am achten Tage nach seiner Geburt beschnitten werden soll, und daß der, an welchem diese Handlung nicht vollzogen worden ist, aus der Gemeinde Israels ausgerottet werden soll (1. Mos. 17, 14), sie stellt also die Beschneidung als etwas sehr Wesentliches in ihr hin; der Geist der Zeit aber nennt diese Handlung grausam und Gottes ganz unwürdig, folglich darf sie nicht länger mehr vollzogen werden. Die Mosaische Religion stellt ein „höchstes Sittengesetz" auf, sie verlangt z. B. die Anerkennung, das Recht des Eigenthums; der Geist der Zeit aber erklärt ein solches Recht für etwas durchaus Unsittliches und fordert Gleichheit des Besitzes für alle, er lehrt, der Communismus ist das höchste sittliche Princip, folglich muß das Recht des Eigenthums abgeschafft werden. Von Nächstenliebe kann nach dem Princip des Communismus in der Mosaischen Religion gar nicht die Rede sein; was da Nächstenliebe genannt wird, ist Haß, folglich muß auch diese Lehre beseitigt werden. Die Mosaische Religion verlangt Heiligung; der Geist der Zeit aber erkennt gar keine Sünde an, daher es auch keine Heiligung geben kann, folglich muß die Lehre für Jrrthum erklärt und hinweggethan werden. Die Mosaische Religion lehrt einen außer- oder überweltlichen Gott, der die Welt erschaffen hat; der Geist der Zeit aber erkennt und nennt dies die allererste und größeste Thorheit, da es ja unmöglich ist, daß ein Wesen in dem Nichts eristiren kann, da es unmöglich ist, daß die Welt aus Nichts geschaffen, da es unmöglich ist, daß Zeit und Raum Anfang und Ende haben; darum hinweg mit der Lehre der Mosaischen Religion von einem „außer- oder überweltlichen Gott," von einem Schöpfer des Weltalls, des Himmels und der Erde, überhaupt hinweg mit dem ganzen Mosaismus. . Dahin muß nothwendig jede Religion kommen, die nach dem Geiste der Zeit bekannt und äusgeübt wird, und an dies Ziel muß auch die jüdische Religion gelangen, wenn sie wirklich das ist, was

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