Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 10-11 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Formen zeigt sich der ernste Trieb sie zu erhalten, und fort und fort im Geiste der Zeit sie zu bekennen." — Hiermit giebt Herr vr. Philippson zu, daß die Religion Israels im Laufe der Zeit Veränderungen erlitten habe, behauptet aber zugleich, daß diese Veränderungen nicht das Wesentliche, sondern nur das Unwesentliche betroffen -hätten, und will somit seine Leser glauben machen, es sei noch dieselbe Religion, die Moses seinem Volke gab. Mein worin die „Wesenheit" der Mosaischen Relegion bestehe, darüber giebt uns Herr vr. Philippson keine genügende Auskunft. Er sagt zwar: „Der Glaube an einen außer- oder überweltlichen Gott, der die Welt erschaffen, an die zur Vervollkommnung leitende göttliche Vorsehung, an die Unsterblichkeit des Geistes; die Lehre von des Menschen Ebenbildlichkeit Gottes; das höchste Sittengesetz der Heilung und Nächstenliebe, die Zehngebote, das Sabbathgesetz" sei das, was „der Menschheit das Siegel der Religion- Israels ausgeprägt" habe, aber er fügt noch ein „Und so weiter" hinzu, womit er uns noch auf andere Lehren verweist, und so im Ungewissen darüber läßt, was er eigentlich unter der „Wesenheit" der Religion Israels versteht. Doch nach dem letzten Satze des Herrn vr. Philippson werden wir auch selbst die oben genannten Lehren nicht zu der „Wesenheit" der jüdischen Religion zählen dürfen, denn darnach ist die Religion Israels nichts Anderes als Negation, oder eine wächserne Nase, die man ganz nach Belieben formen und gestalten kann, je nachdem es gerade der Anstand und die Sitte erfordert; sie gehört also auch gar nicht einmal zu den positiven Religionen. Wir thun hiermit dem Herrn Doktor nicht unrecht, auch legen wir seinen Worten keinen fremden Sinn unter. Denn eine Religion, die „fort und fort im Geiste der Zeit bekannt," das heißt doch ausgeübt werden soll, kann unmöglich eine andere „Wesenheit" haben, als Negation oder Verneinung; etwas Positives kann sie nicht enthalten; in ihr muß Alles nur Willkür, Alles veränderlich sein. Wir wollen uns dies in einigen Beispielen deutlich und anschaulich zu machen suchen. Das Gesetz vom Sabbath ist eine sehr positive und wesentliche Lehre der Mosaischen Religion, so wesentlich, daß der Mann in der